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Chronologie

Der Name „Buchenwald“ wurde mit dem Konzentrationslager, das 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet wurde, zum Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen.

Seit 1945 nutzten die Sowjets das Gelände für eines ihrer Speziallager, nach 1950 baute die DDR hier die größte deutsche KZ-Gedenkstätte auf. 1990 wurde Buchenwald als Gedenkstätte neu konzipiert und für die Erinnerung an das Schicksal weiterer Opfergruppen geöffnet.

1937

In Viererreihe aufgestellte Häftlinge stehen inmitten hoher Bäume. Neben ihnen liegen Baustoffe und eine Schubkarre. Im Hintergrund stehen SS-Wachmänner vor ihren Mannschaftswagen.
15.7.1937

Lagergründung

Auf dem Ettersberg vor den Toren der Stadt Weimar ließ die SS ab Sommer 1937 das Konzentrationslager Buchenwald errichten. Es ersetzte die kleineren mitteldeutschen Lager Lichtenburg, Sachsenburg und Bad Sulza.

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1938

Auf dem überfüllten Buchenwalder Appellplatz stehen getrennt in achtziger Gruppen an die tausend Männer. Sie stehen in Reih und Glied in Blöcken von circa fünf mal 16 Personen, aber zwischen den Blöcken stehen noch weitere Menschen. Im Hintergrund einige Baracken.
1938

Massenverhaftungen

Die Zahl der Häftlinge stieg im Laufe des Jahres 1938 stetig an. Im Zuge der Verhaftungsaktion „Arbeitsscheu Reich“ (ASR) wies die Polizei im April und Juni mehr als 4.000 Männer nach Buchenwald ein, unter ihnen erstmals Hunderte Sinti und Roma und über...

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1939/1940

Die in Reihen stehenden Häftlinge tragen alle die gleiche zebragestreifte Häftlingskleidung und Mütze. Einige zeigen eine gebeugte Haltung oder einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck.
1939/40

Krieg und Verbrechen

Mit dem Krieg stieg die Zahl der Häftlinge erneut an. Rund 8.500 Männer, unter ihnen Roma aus dem Burgenland sowie erstmals Tschechen, Tausende Polen und Juden aus Wien, erreichten Buchenwald in den Wochen nach Kriegsbeginn.

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1941

Im Vordergrund stehen drei Männer in SS-Uniformen, vor ihnen tragen andere hölzerne Einzelteile zu zwei aufgestellten Pfosten, die bereits als Galgen im Aufbau zu erkennen sind.
1941

Verbrechen und Kooperation

Ab 1941 ermordete die SS planmäßig ganze Gruppen von Häftlingen. Im Rahmen der Aktion „Sonderbehandlung 14f13“ wurden insgesamt 571 kranke und invalide Häftlinge in den „Euthanasie“-Tötungsanstalten in Sonnenstein und Bernburg umgebracht.

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1942

Lagerkommandant Pister (Mitte) und SS-Männer mit Betriebsleitern der Rüstungsfabrik. Die Männer stehen vor einem Pferdegespann. Im Hintergrund ein Bungalow.
1942

Ein Lager für die Kriegswirtschaft

Seit 1942 richtete die SS den Betrieb des Konzentrationslagers stärker auf die Belange der deutschen Kriegswirtschaft aus. Hierfür gab es Veränderungen in der Lagerleitung.

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Auf einer Strasse wandern bepackte Häftlinge. Um sie herum im Abstand von einigen Metern bewaffnete SS-Wachleute.
Ab 1942

Zwangsarbeiter für den Endsieg

Mit dem Einsatz der Häftlinge für die Rüstungsproduktion stieg der Bedarf an Arbeitskräften. Als Nachschub wurden immer mehr Menschen aus allen Teilen Europas in die Konzentrationslager verschleppt. Zwischen Ende 1942 und Herbst 1944 verzehnfachte sich...

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1943

Vier mit Schaufeln und Schubkarre ausgestatte Häftlinge arbeiten zwischen Häusertrümmern
Ab 1943

Außenlager

Mehr als die Hälfte der Häftlinge des KZ Buchenwald befand sich Mitte 1944 in Außenlagern. Unternehmen, Kommunen, staatliche und militärische Dienststellen beuteten dort ihre Arbeitskraft aus. Bis 1942 gab es nur vereinzelte Außenlagergründungen. Durch...

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1944/1945

In Grün- und Brauntönen gehaltene Zeichnung. Vor einer Baracke ziehen in Lumpen gekleidete Häftlinge eine unbestimmbare Anzahl ausgemergelter, toter Körper auf von einem Haufen auf eine Schubkarre. Weitere Häftlinge stehen daneben und sehen zu. Ein Zaun im Hintergrund trennt den Ort von weiteren Baracken.
1944/45

Die letzten Monate

Der Luftangriff amerikanischer Bomber auf die Rüstungsfabrik am Lager und den SS-Bereich am 24. August 1944 markierte einen Einschnitt. Er leitete die Endphase des KZ Buchenwald ein.

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1945

In einem offenen Güterwaggon liegen und kauern ein Dutzend ausgehungerter Häftlinge. Zwischen ihnen liegt ein Verstorbener.
1945

Todesmärsche

Anfang April 1945 drängten sich im Hauptlager auf dem Ettersberg mehr als 47.000 Häftlinge. Parallel zum Vormarsch der amerikanischen Truppen hatte die SS in den Wochen zuvor Tausende Häftlinge aus den westlich gelegenen Außenlagern zurück nach...

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Ein Dutzend mit Gewehren bewaffneter Häftlinge umringen auf einem Feld sitzende SS-Männer
11.4.1945

Befreiung

Seit den Morgenstunden des 11. April 1945 stießen Panzerdivisionen der III. US-Armee aus der Gegend um Gotha in Richtung Osten vor. Gegen 10 Uhr erging in Buchenwald der Befehl an alle SS-Männer, das Lager zu verlassen. Das Internationale Lagerkomitee...

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Ein auf einer Bahre liegender, in eine Decke eingehüllter Mann wird in einen Transporter geladen. Ein Soldat mit Sanitäter-Zeichen führt die Trage. Im Hintegrund stehen Angehörige der U.S. Armee sowie befreitete Häftlinge.
April/Mai 1945

Nach der Befreiung

Zwei Tage nach der Befreiung übergab das Internationale Lagerkomitee die Leitung des Lagers an die US-Armee. Trotz medizinischer Sofortmaßnahmen starben nach der Befreiung noch Hunderte ehemalige Häftlinge im Displaced Persons Camp Buchenwald, wie das...

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Luftaufnahme des Konzentrationslager Buchenwald uas großer Höhe.
KZ Buchenwald (1937–1945)

Fakten und Zahlen

400.000 m² Häftlingslager | 3.500 Meter elektrischer Stacheldrahtzaun | 139 Außenlager |
277.800 Häftlinge | 30.000 Minderjährige | 28.230 Frauen | 249.570 Männer | aus über 50 Ländern | ...

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1945

Karte der alliierten Internierungslager in den vier Besatzungszonen
1945

Kriegsende und alliierte Internierungen

Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Bereits während des Krieges vereinbarten die Siegermächte die Bestrafung der Verantwortlichen und Maßnahmen zur Absicherung der Besatzungstruppen.

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Frontalaufnahme eines kleinen Rueckgebaeudes am Arnstaedter Rathaus im hohen Gras davor liegen aufgehäufte Pflastersteine
Verhaftungskategorien

Sowjetische Verhaftungen und Internierungen

Im Januar 1945 erreichte die sowjetische Armee das Deutsche Reich. Der sowjetische Innenminister, Lawrenti Beria, ließ durch Verhaftungen das Hinterland der vorrückenden Truppen absichern. Ein Befehl Berias vom 18. April 1945 legte Verhaftungskategorien...

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In kyrillischer Schrift stehen fünfundzwanzig Namen untereinander. Rechts daneben stehen Geburtsdaten einige Namen sind händisch durchgestrichen.
Insgesamt 28.494 Menschen interniert

Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Nr. 2

Die ersten Transporte in das Speziallager Nr. 2 trafen am 21./22. August 1945 ein. Mit ihnen kamen 46 Inhaftierte aus Erfurt nach Buchenwald. Bis Ende 1945 waren 6.000 Menschen aus der Thüringer Region auf dem Ettersberg interniert.

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Erste Seite des Lagerjournals für das Speziallager. Eine handschriftlich ausgefüllte, eng beschriebene Tabelle in kyrillischer Schrift.
Mehrheitlich Männer zwischen 40 und 60 Jahren

Zusammensetzung der Häftlingsgesellschaft

Über die Hälfte der Männer waren lokale Funktionsträger der NSDAP (Block- und Zellenleiter) gewesen. Einige hatten der Polizei, der Gestapo oder der SS angehört. Darüber hinaus wurden zahlreiche Menschen inhaftiert, die vor 1945 keine Verantwortung...

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1946

Plan des Speziallagers Nr. 2. Unten rechts der Bereich der ehemaligen, halbkreisförmig angeordneten SS-Kasernen, jedoch nur ein Teil davon, aus denen sich ein Viertelkreis ergibt, und die weiteren Funktionsgebäude. Weiter zur Bildmitte und den ganzen übrigen Bereich einnehmend, der Häftlingsbereich mit 6 längeren Reihen von Baracken und weiteren Gebäuden. Oben links sind größere freie Flächen. Außen herum der Lagerzaun mit gekennzeichneten Wachtürmen.
Jede Baracke war umzäunt

Aufbau des Lagers

Das Speziallager Nr. 2 wurde in einem Teil der vorhandenen Gebäude des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald eingerichtet. Nicht genutzt wurden das Krematorium, die Gustloff-Werke II und die Baracken des „Kleinen Lagers“. Wenige Gebäude wurden neu...

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1947

Blaurote Offiziersmütze Mütze eines NKWD-Hauptmanns. Vorne ist ein roter Stern mit Sichel und Hammel.
Nicht mehr als 200 sowjetische Soldaten

Verwaltung und Bewachung

Die Verwaltung des Lagers oblag dem NKWD/MWD. Als Leitung wurde zunächst Hauptmann Fjodor J. Matuskow, ab 1947 Major Konstantin P. Andrejew eingesetzt. Mitarbeiter des Geheimdienstes (Operative Gruppen) waren für Vernehmungen zuständig.

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Eine helle Pelzmütze mit hochgeklappten Ohren.
Von Buchenwald nach Karaganda

Transporte in die Sowjetunion

Am 8. Februar 1947 schickte die Lagerverwaltung 1.086 Internierte aus Buchenwald in die fast 5.000 Kilometer entfernte Stadt Karaganda in Kasachstan. Dort wurden sie in Kriegsgefangenenlagern untergebracht.

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Eine Zeichnung mit der Überschrift Küche. Hinter offenen Türen arbeiten Menschen an Trögen. Davor tragen Weitere zu zweit offene Fässer.
Mangelhafte Versorgung

Hunger und Krankheiten

Anfang November 1946 wurden die Versorgungsrationen auf die niedrigste Kategorie der nichtarbeitenden Zivilbevölkerung gekürzt. Ein starker Anstieg der Sterblichkeit war die Folge: Mehr als die Hälfte der insgesamt im Speziallager 2 verstorbenen...

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Ein gelbliches Papier mit einer handschriflichen Tabelle in kyrillischer Schrift.
7.113 Tote

Tod und Umgang mit den Verstorbenen

Zwischen 1945 und 1950 starben in Buchenwald 7.113 Personen, mehr als drei Viertel von ihnen während des Hungerwinters 1946/47. Ein Beerdigungskommando vergrub die Toten in zwei Bereichen nördlich des Lagers. Die Angehörigen wurden nicht benachrichtigt.

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1950

Blank glänzende Stahlstehlen im Waldfriedhof markieren anonyme Sammelgräber aus der Zeit des sowjetischen Speziallagers
Vor und nach 1990

Tabuisierung und späte Aufarbeitung

Seit 1990 arbeitete die Gedenkstätte Buchenwald die zuvor tabuisierte Geschichte des sowjetischen Speziallagers auf. In Gesprächskreisen mit ehemaligen Lagerinsassen wurden Aspekte der Lagergeschichte bearbeitet.

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1950

Bucheinband von Eugen Krogons "Der SS-Staat-Das Systemb der Deutschen Konzentrationslager" Der Einband ist schwarz. Oben ist das Orange Siegel "Die Buchreihe für Jedermann" zu erkennen. Unter dem Titel ist ein Oranges gleichschenkliges Dreieck plaziert darunter ist der Preis von 2 Mark zu lesen.
Nach der Befreiung

Sammlung und Reglementierung von Wissen

Das Sammeln von Berichten überlebender Häftlinge trug seit 1945 wesentlich zur Wahrnehmung der Lagerwirklichkeit des KZ Buchenwald bei. Bereits in den ersten Tagen nach der Befreiung verfassten über 100 Überlebende, die zumeist Funktionen im Lager...

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Blick auf das Torgebäude aus nordöstlicher Richtung. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befindet sich noch Baumaterial, das vom Abbruch der Holzbaracken stammt, auf dem Lagergelände.
Anfang der 1950er-Jahre

Abriss des Lagers

Das Politbüro als höchstes Führungsgremium der in der DDR herrschenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) beschloss 1950 „eine Thälmann-Gedenkstätte zu errichten“.

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1958

Eine Luftaufname der neu errichteten Mahnmahlsanlage auf dem Ettersberg. Links sind die drei Ringgräber und die Straße der Nationen. Rechts sticht der Glockenturm der Anlage auf dem Platz der Feiheit hervor.
1950er-Jahre

Gestaltung der Massengräber als Nationaldenkmal der DDR

Gleichzeitig mit dem Abriss des Lagers erfolgten die Planungen zum Aufbau des monumentalen Mahnmals auf der Südseite des Ettersberges. Es wurde am 14. September 1958 eingeweiht.

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Nach 1958

Im Vordergrund liegt auf der linken Seite eine Handplanierwalze. Rechts ist ein aufgerichteter Baumstamm zu sehen. Etwas hinter dem Pfahl steht ein Karre,n der mit Bruchsteinen beladen ist. Im Zentrum des Bildes steht ein Schild, welches dem Besucher informationen anbietet. Links im Hintergrund sind Eingang und Rechter Flügel der ehemaligen Häftlingskantine zu sehen. Rechts daneben steht einer der Wachtürme des ehemaligen Lagers.
1958-1989

Ausbau der Gedenkstätte

Mit der Einweihung des Mahnmals 1958 waren die zentralen Ziele des Gedenkens in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte (NMG) Buchenwald vorgegeben. Bis 1989 legte sich ein immer engmaschigeres Erinnerungsnetz über den historischen Ort, das nur noch jene...

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1991

Sechs verschiedene Oberteile der Häftlingskleidung: Drei davon blau-weiß gestreift, zwei olivfarben und eines dunkelblau. An den drei vorderen sind rote, auf der Spitze stehende Dreiecke in Brusthöhe zu sehen, darunter eine Nummer.
Nach 1990

Neukonzeption der Gedenkstätte

Der Freistaat Thüringen berief 1991 eine unabhängige Historikerkommission, die Empfehlungen für die Umgestaltung der NMG Buchenwald erarbeitete.

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