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Buchenwald 1945. Szenen aus dem befreiten Lager

Am 11. April 1945 schlugen Einheiten der U.S. Army die SS in die Flucht, und Häftlinge des Lagerwiderstandes übernahmen die Kontrolle über das Lager. 21.000 Männer und Jungen erlebten an diesem Tag ihre Befreiung hier auf dem Ettersberg. Doch was geschah in den Tagen, Wochen und Monaten nach der Befreiung?

Das Dossier beleuchtet schlaglichtartig die Ereignisse im befreiten Lager zwischen Mitte April und Anfang Juli 1945 und vereinzelt darüber hinaus. Im Zentrum stehen historische Fotos, von denen viele erstmals öffentlich in der gleichnamigen Outdoor-Ausstellung 2025 gezeigt wurden. Ergänzt werden sie durch Berichte von Menschen, die Buchenwald im Frühjahr 1945 erlebten: Überlebende, Angehörige der U.S. Army sowie Besucher und Besucherinnen des Lagers.

Das Bild zeigt eine Szene in einem Krankenzimmer oder einem provisorischen medizinischen Bereich. Zwei Männer in Uniform kümmern sich um eine liegende Person, die unter einer karierten Decke liegt. Der Mann auf der rechten Seite beugt sich über den Patienten und scheint seine Vitalzeichen zu überprüfen oder ihm zu helfen, während der andere Mann auf der linken Seite eine medizinische Infusion vorbereitet. Im Hintergrund ist ein Fenster mit einem alten Rahmen zu sehen, und unter dem Fenster steht ein Heizkörper. Die Umgebung wirkt schlicht und funktional, möglicherweise in einem militärischen oder Notfalleinsatz-Kontext. Die Körperhaltung der beiden Männer deutet darauf hin, dass sie sich fürsorglich und professionell um die liegende Person kümmern.

Leben retten Ehemalige SS-Kaserne

Der amerikanische Journalist Percy Knauth über die medizinischen Sofortmaßnahmen nach der Befreiung: „Sie lagen ruhig da, ihre dunklen Augen auf die Decke gerichtet,
während die wohltuende Wärme in sie eindrang; was sie dabei dachten, weiß nur Gott....

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Der kurzzeitige amerikanische Lagerkommandant Major Lorenz C. Schmuhl (rechts, sitzend) im Gespräch mit Vertretern des Internationalen Lagerkomitees (u.a. Vierter von rechts der ehemalige deutsche Häftling Walter Bartel, daneben der Franzose Maurice Jattefaux), um den 24. April 1945.

DAS LAGER VERWALTEN Ehem. Lagerkommandantur

Die französische Verbindungsoffizierin Sonia Vagliano über die Zusammenarbeit des amerikanischen Lagerkommandanten Captain Peter Ball, dem Nachfolger Schmuhls, mit dem Internationalen Lagerkomitee:
„Die interne Verwaltung von Buchenwald erweist sich...

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Zwei Offiziere des amerikanischen War Crimes Investigating Teams 6822 verhören einen SS-Mann in Berga / Elster, 8. Juni 1945. Der Verhaftete gehörte zur Wachmannschaft der Lager in Berga / Elster, einem Außenlagerstandort des KZ Buchenwald. Foto: Robert H. Wescott

DIE TÄTER STELLEN Vor dem Lagergefängnis

Der Franzose Michel Julien über die in Block 17, dem ehemaligen Quarantäneblock des Lagers, festgesetzten SS-Männer, die von befreiten Häftlingen gefangengenommen worden waren:
„Ich gehe an Block 17 vorbei, dem Durchgangsblock […]. Hinter dem...

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Ehemalige Häftlinge bei der Arbeit im Pressebüro im Obergeschoss des Torgebäudes, um den 24. April 1945. Von links nach rechts: Lev Sychrava, Ladislav Žižka (beide Tschechoslowakei) und Gustav Herzog (Österreich). Das Pressebüro war auf Anregung der Presse- und Informationsabteilung des Internationalen Lagerkomitees eingerichtet worden. Sein Zweck war es, Journalisten vor Ort zu begleiten und mit vorbereiteten Informationen zu versorgen. Foto: Thérèse Bonney

AUS BUCHENWALD BERICHTEN Vor dem Lagertor

Walter Bartel, deutscher Überlebender und Mitglied des Internationalen Lagerkomitees, über die Pressearbeit des Komitees nach der Befreiung:
„Nach dem Einmarsch der Amerikaner in das Lager setzte eine Invasion von Korrespondenten aus allen Ländern,...

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Überlebende und US-Soldaten zeigen Frauen und Männern aus Weimar die Leichen verstorbener Häftlinge im westlichen Innenhof des Krematoriums, 16. April 1945. Foto: Walter Chichersky (U.S. Signal Corps)

DIE BEVÖLKERUNG KONFRONTIEREN Vor dem Hof des Krematoriums

Der spanische Überlebende Jorge Semprún über die Besichtigung des Krematoriums durch die Weimarer Bevölkerung:
„Im Hof des Krematoriums sprach an jenem Tag ein amerikanischer Leutnant zu ein paar Dutzend deutschen Frauen, Heranwachsenden beiderlei...

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Frauen aus Weimar beim Kartoffelschälen im Keller der ehemaligen Häftlingsküche, 27. Mai 1945. Im Hintergrund der deutsche Überlebende Ernst Neujahr und amerikanische Soldaten. Foto: Charles W. Herr Jr. (U.S. Signal Corps)

IM BEFREITEN LAGER ARBEITEN Am Keller der Häftlingsküche

Clinton C. Gardner, amtierender amerikanischer Lagerkommandant zwischen Mai und Anfang Juli 1945, über den von der U.S. Army angeordneten Einsatz der Bevölkerung aus Weimar im befreiten Lager:
„Meine erste Aufgabe war das Aufräumen des Lagers, die...

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Amerikanische Kongressabgeordnete, darunter Clare Booth Luce aus Connecticut, im Gespräch mit einem Überlebenden vor den Schlafboxen einer Baracke im Kleinen Lager (vermutlich Block 61), 21. April 1945. Die Baracke war nach der Befreiung geräumt und mit Objekten und erklärenden Beschriftungen eingerichtet worden. Foto: Byron H. Rollins

DIE BEWEISE ZEIGEN Am Block 61, dem "Todesblock"

Die amerikanische Kongressabgeordnete Clare Booth Luce über ihren Besuch in Buchenwald:
„In den kommenden Tagen werden viele Deutsche und vielleicht auch einige Menschen aus den alliierten Ländern sagen, dass die Berichte über die Gräueltaten der...

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Befreite Kinder und Jugendliche vor dem sogenannten Kinderblock 66 im Kleinen Lager, nach dem 11. April 1945. Nach der Befreiung brachte man die Kinder und Jugendlichen in den SS-Kasernen oberhalb des Steinbruchs unter. Fotograf unbekannt

DEN KINDERN HELFEN Am Block 66, dem "Kinderblock"

Der britische Journalist George Fyfe über seine Begegnung mit den befreiten Kindern und Jugendlichen:
„Aber ein noch ergreifenderer Anblick war der von 900 Jungen unter 14 Jahren aus vielen verschiedenen Ländern. Sie kamen mit Vätern ins Lager, die...

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Verstorbener Häftling in einem Handkarren vor der Baracke 1 des Häftlingskrankenbaus, 16. April 1945. Der Leichnam wurde wahrscheinlich in den Hof des Krematoriums gebracht, wo die Toten vor der Beerdigung gesammelt wurden. Fotograf unbekannt

STERBEN Am Häftlingskrankenbau

Der jüdische Überlebende Rolf Weinstock aus Emmendingen bei Freiburg über das Sterben im befreiten Lager:
„Auf schnellstem Wege wurden alle erforderlichen Arzneien und die dringend benötigten Verbandsmittel herbeigeschafft, um zunächst einmal so...

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Eine von Überlebenden an einem Galgen aufgehängte Hitlerpuppe an einer der Baracken der optischen Werkstätten am Rande des Appellplatzes, Mitte April 1945 oder später. Daneben die aufgemalte Losung „Hitler muss sterben, damit Deutschland lebt“. Fotograf unbekannt

DIE ZUKUNFT DENKEN Unterhalb der Häftlingskantine

Aus dem „Manifest der demokratischen Sozialisten des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald“ („Buchenwalder Manifest“), verfasst einige Tage nach der Befreiung:
„Solange Faschismus und Militarismus in Deutschland nicht restlos vernichtet sind,...

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Befreite Häftlinge bei der ersten Gedenkfeier für die Toten des KZ Buchenwald. Im Hintergrund ist das provisorische Mahnmal für die Toten zu sehen.

DER TOTEN GEDENKEN Auf dem Appellplatz

Der französische Überlebende André Respaut über den Ablauf der Trauerfeier am 19. April 1945:
„Den ganzen Tag arbeiteten die Kameraden an einem Ehrenmal. Wir begeben uns zum Appellplatz, wo die Gedenkfeier für die einundfünfzigtausend Toten von...

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Eine Gruppe Überlebender, vermutlich Franzosen, vor der Abreise auf dem Appellplatz, um den 24. April 1945. Eine erste Gruppe französischer Überlebender hatte Buchenwald bereits eine Woche nach der Befreiung verlassen. Sie waren die ersten offiziell Repatriierten. Foto: Thérèse Bonney

DAS LAGER VERLASSEN Oberhalb der ehem. Baracken

Der Franzose Jean Puissant über den Moment seiner Abreise aus Buchenwald:
„Als wir am nächsten Abend, dem 20. April 1945, in unserem hübschen kleinen Zimmer eine ausgiebige Mahlzeit zubereiten, werden wir von Motorengeräuschen unter unseren...

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Ausstellungsteam

Maëlle Lepitre, Michael Löffelsender

Holm Kirsten, Rikola-Gunnar Lüttgenau

Übersetzung

Miriamne Fields

Lektorat

Katharina Brand, Marie Frohling

Gestaltung

werkraum_media, Weimar

Stelen

Trend Schrift & Werbung Weimar

Website

Alexander John Bolton

Besonderer Dank an

Association Française Buchenwald Dora et Kommandos (Jean-Luc Ruga), Thomas und Caroline Heller, Juliet Sychrava, Manuel Fabritz

Gefördert durch

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.


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