Aufbewahrung, Provenienz und forensische Untersuchungen
Alle menschlichen Überreste in den Beständen der Gedenkstätte Buchenwald werden heute im 2013 errichteten Tiefenmagazin aufbewahrt. Die menschlichen Überreste befinden sich dort in einem eigenen Klimabereich, dessen Bedingungen fortlaufend überwacht werden.
In den vergangenen Jahren hat die Gedenkstätte die Provenienz, also die Herkunft und Überlieferungsgeschichte, der menschlichen Überreste in ihrer Sammlung so weit wie möglich rekonstruiert. Die Sammlungsbestände umfassen insgesamt zwölf Objekte mit Bezug zu menschlichen Überresten. Weitere menschliche Überreste aus dem KZ Buchenwald werden im Deutschen Historischen Museum in Berlin und im National Museum of Health and Medicine in Silver Spring, Maryland, aufbewahrt.
Geschichtsrevisionistische Kreise stellen die Verbrechen der SS im KZ Buchenwald und die Echtheit der überlieferten menschlichen Überreste immer wieder infrage. Auch aus diesem Grund gab die Gedenkstätte Buchenwald 2022 neue forensische Gutachten in Auftrag.
Mit den wissenschaftlichen Untersuchungen beauftragte die Gedenkstätte den Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke. Er ist seit 2001 öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Sicherung, Untersuchung und Auswertung biologischer Spuren. Mehrere Laboratorien waren beteiligt. Zum Einsatz kamen unter anderem mikroskopische und genetische Verfahren.
Die Gutachten bestätigten unter anderem, dass der kleine Lampenschirm und das erhaltene Stück eines weiteren Lampenschirms aus menschlicher Haut bestehen. Der 1985 übernommene angebliche „Schrumpfkopf“ erwies sich dagegen als Falsifikat aus Tiermaterial. (Dieses Objekt ist nicht mit den beiden bereits 1945 im befreiten Lager dokumentierten Schrumpfköpfen zu verwechseln, von denen sich einer heute in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin befindet.) Das Dossier stellt die einzelnen Objekte vor und fasst ihre Überlieferungsgeschichte, die Untersuchungsmethoden und die wesentlichen Befunde zusammen.