Weit mehr als zwei Millionen Menschen wurden aus den besetzten Teilen der Sowjetunion zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Hier waren sie rechtlos ausgeliefert, mussten in geschlossenen Lagern leben und das Kennzeichen OST auf der Kleidung tragen. Flucht oder Widerstand endeten im Konzentrationslager.
Ab Mitte 1942 wies die Gestapo über 30.000 sowjetische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Buchenwald ein. Fast 6.000 von ihnen kamen bis April 1945 hier oder in einem der Außenlager ums Leben. Viele waren jung, nicht wenige noch Jugendliche oder Kinder.
16 Jahre, Russland, Zwangsarbeit in Leipzig, Buchenwald, Block 8, Außenlager Böhlen
©Arolsen Archives
14 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Rosenberg (Schlesien), Auschwitz, Buchenwald, Block 36
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16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Salzgitter, Buchenwald, Außenlager Schwerte und Westeregeln
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16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Zittau, Buchenwald, Außenlager Hadmersleben
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17 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Mannheim, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
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16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Münster, Buchenwald, Block 37
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15 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Leipzig, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
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15 Jahre, Belarus, Zwangsarbeit in Zittau, Buchenwald, Block 8
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15 Jahre, Russland, Zwangsarbeit bei Oberhausen (Ruhrgebiet), Buchenwald, Außenlager Hadmersleben
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15 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Hagen (Westfalen), Buchenwald, Block 8
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16 Jahre, Russland, Zwangsarbeit in Kassel, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
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BLOCK 8
Die vierzig Meter lange Holzbaracke, die an dieser Stelle stand, diente lange als Seuchenquarantäne und war deshalb von einem Zaun umgeben. 1942 richtete die SS hier eine Abteilung für minderjährige Zwangsarbeiter des „Arbeitserziehungslagers Buchenwald“ ein. Auf Betreiben politischer Häftlinge wurde daraus im Sommer 1943 der „Kinderblock“ des Konzentrationslagers. Im westlichen Teil kamen ukrainische und russische Jungen unter – im östlichen Teil seit 1944 jüdische Kinder aus Polen und Ungarn. Die Untergrundorganisation der Häftlinge half ihnen. So wurde die Baracke für viele Jugendliche eine lebenswichtige Durchgangsstation und für Kinder unter 14 Jahren die Rettung. 328 von ihnen wurden in Block 8 befreit.
Karl Schulz (1901 – 1972), Dekorationsmaler, Buchenwald 1938 – 1945,
Aquarellzeichnung 1942.
©Gedenkstätte Buchenwald
ÜBERLEBEN
Als die SS Franz Leitner im Oktober 1944 als Blockältesten absetzte und in den Arrest warf, führte der Lehrer Wilhelm Hammann seine Arbeit im Block 8 fort. Die russischen und ukrainischen Häftlinge Wladimir Cholopzew, Fjodor Michailitschenko und Jakow Goftman unterstützten ihn in der Baracke. Die Untergrundorganisation sorgte für zusätzliche Lebensmittel, Kleidung und medizinische Hilfe. Sogar heimlichen Unterricht gab es. Anfang 1945 entstand mit Block 66 ein zweites Asyl für Jugendliche im Kleinen Lager. 904 Kinder und Jugendliche überlebten in Buchenwald.
Der Kapo der Wäscherei, Baptist Feilen, brachte viele sowjetische Jugendliche von Block 8 in seinem Kommando unter und schützte sie dort.
©Musée de la Résistance et de la Déportation, Besançon
Erla
Bisher 50 Jungrussen als Anlerner, am 17.5. weitere 70 Jugendliche überstellt.“
Angelernte hatten in Rüstungsbetrieben bessere Überlebenschancen als Hilfsarbeiter. Die Lehrlingsabteilungen wurden oft von politischen Häftlingen eingerichtet.
(Arolsen Archives)
©Arolsen Archives