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SOWJETISCHE HÄFTLINGE IM KONZENTRATIONSLAGER BUCHENWALD

Weit mehr als zwei Millionen Menschen wurden aus den besetzten Teilen der Sowjetunion zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Hier waren sie rechtlos ausgeliefert, mussten in geschlossenen Lagern leben und das Kennzeichen OST auf der Kleidung tragen. Flucht oder Widerstand endeten im Konzentrationslager.

Ab Mitte 1942 wies die Gestapo über 30.000 sowjetische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Buchenwald ein. Fast 6.000 von ihnen kamen bis April 1945 hier oder in einem der Außenlager ums Leben. Viele waren jung, nicht wenige noch Jugendliche oder Kinder.

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Iwan Kolesnik
16 Jahre, Russland, Zwangsarbeit in Leipzig, Buchenwald, Block 8, Außenlager Böhlen
©Arolsen Archives
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Michael Majboroda
14 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Rosenberg (Schlesien), Auschwitz, Buchenwald, Block 36

©Arolsen Archives
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Nikolaj Telenik
16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Salzgitter, Buchenwald, Außenlager Schwerte und Westeregeln
©Arolsen Archives
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Petro Tkatschenko
16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Zittau, Buchenwald, Außenlager Hadmersleben
©Arolsen Archives
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Wasilij Tkatschenko
17 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Mannheim, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
©Arolsen Archives
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Nikolaj Tkatschew
16 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Münster, Buchenwald, Block 37
©Arolsen Archives
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Wladimir Tokartschuk
15 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Leipzig, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
©Arolsen Archives
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Nikolaj Tropez
15 Jahre, Belarus, Zwangsarbeit in Zittau, Buchenwald, Block 8
©Arolsen Archives
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Wladimir Tschistjakow
15 Jahre, Russland, Zwangsarbeit bei Oberhausen (Ruhrgebiet), Buchenwald, Außenlager Hadmersleben
©Arolsen Archives
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Arkadij Tschurbanow
15 Jahre, Ukraine, Zwangsarbeit in Hagen (Westfalen), Buchenwald, Block 8
©Arolsen Archives
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Wladimir Usyk
16 Jahre, Russland, Zwangsarbeit in Kassel, Buchenwald, Außenlager Langenstein-Zwieberge
©Arolsen Archives

BLOCK 8

Die vierzig Meter lange Holzbaracke, die an dieser Stelle stand, diente lange als Seuchenquarantäne und war deshalb von einem Zaun umgeben. 1942 richtete die SS hier eine Abteilung für minderjährige Zwangsarbeiter des „Arbeitserziehungslagers Buchenwald“ ein. Auf Betreiben politischer Häftlinge wurde daraus im Sommer 1943 der „Kinderblock“ des Konzentrationslagers. Im westlichen Teil kamen ukrainische und russische Jungen unter – im östlichen Teil seit 1944 jüdische Kinder aus Polen und Ungarn. Die Untergrundorganisation der Häftlinge half ihnen. So wurde die Baracke für viele Jugendliche eine lebenswichtige Durchgangsstation und für Kinder unter 14 Jahren die Rettung. 328 von ihnen wurden in Block 8 befreit.

 

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„Das ist ein junger Russe, der mir besonders am Herzen lag. Er hatte T.B.C. [Tuberkulose]“
Karl Schulz (1901 – 1972), Dekorationsmaler, Buchenwald 1938 – 1945,
Aquarellzeichnung 1942.
©Gedenkstätte Buchenwald
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Russische Wanderikone zum Aufklappen, gefunden in der Gedenkstätte Buchenwald. Sie zeigt den heiligen Nikolaus, Bischof von Myra, Patron der Kinder und Schüler. (Fundstück, Gedenkstätte Buchenwald)

ÜBERLEBEN

Als die SS Franz Leitner im Oktober 1944 als Blockältesten absetzte und in den Arrest warf, führte der Lehrer Wilhelm Hammann seine Arbeit im Block 8 fort. Die russischen und ukrainischen Häftlinge Wladimir Cholopzew, Fjodor Michailitschenko und Jakow Goftman unterstützten ihn in der Baracke. Die Untergrundorganisation sorgte für zusätzliche Lebensmittel, Kleidung und medizinische Hilfe. Sogar heimlichen Unterricht gab es. Anfang 1945 entstand mit Block 66 ein zweites Asyl für Jugendliche im Kleinen Lager. 904 Kinder und Jugendliche überlebten in Buchenwald.

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Wäscherei, 1943
Der Kapo der Wäscherei, Baptist Feilen, brachte viele sowjetische Jugendliche von Block 8 in seinem Kommando unter und schützte sie dort.
©Musée de la Résistance et de la Déportation, Besançon
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„Bu, den 20.5.44
Erla
Bisher 50 Jungrussen als Anlerner, am 17.5. weitere 70 Jugendliche überstellt.“
Angelernte hatten in Rüstungsbetrieben bessere Überlebenschancen als Hilfsarbeiter. Die Lehrlingsabteilungen wurden oft von politischen Häftlingen eingerichtet.
(Arolsen Archives)
©Arolsen Archives

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