Weil er aus dem Zwangsarbeitslager in Halle geflohen war, wurde der 15-jährige Ukrainer Stepan Baz im Juli 1942 in die Abteilung für Jugendliche des „Arbeitserziehungslagers Buchenwald“ eingewiesen. A. E. H. stand für Arbeitserziehungshäftling. Er war nur 1,52 Meter groß und gab an, erst 14 zu sein. Eine schwere Verletzung bei einem Arbeitsunfall kostete ihn eine Hand. Er überlebte mit Hilfe politischer Häftlinge.
Aus einem Interview mit Stepan Baz, April 2009:
„Ich wollte aber nicht arbeiten, für die Faschisten; und ich wurde dann in das Konzentrationslager geschickt. Im Konzentrationslager musste ich wieder arbeiten. Du weißt schon: alle Prozeduren, die vorher stattfanden, und dann wieder zur Arbeit, ins Gustloff-Werk. So habe ich gearbeitet; es gab dort zwei deutsche Kameraden - vielleicht Häftlinge - und ich sollte denen helfen. Aber ich habe ‚umgekehrt‘ geholfen. Ich weiß nicht, wie ich das richtig nennen soll, es gab Mechanismen, die verschiedene Details ausschneiden mussten, und ich habe die nach und nach kaputt gemacht. Dann hat es der SS-Aufseher gesehen und hat mich mit nach oben genommen, zum Tor. Und dann haben die Verhöre angefangen: ‚Wozu? Wer hat dir gesagt? Wer hat dir gesagt?‘ Ich habe geantwortet, dass ich nichts in der Technik verstehe und dass ich Landjunge bin, dass ich nichts weiß. ‚Wer hat dir gesagt, das zu machen?‘ Sie haben mich mehrmals gefragt, haben mich sehr stark geschlagen, in die Zelle eingeschlossen. Dann wurde ich dem SS-Arzt […] übergeben. Das Essen war dort aber besser, und sie haben angefangen, damit ich so was nie wieder mache, mir die Hand abzuschneiden. Erst einen Teil, dann einen anderen Teil, und noch einen Teil und so haben sie mir während des Halbjahres die Hand abgeschnitten. Und nach der dritten Operation haben sie mich in den Keller geworfen, in die Leichenhalle. Dann Fritz Unger, Herbert Strobel, Helmut Thiemann, die reingegangen waren, und verstanden haben, dass ich noch am Leben war, haben mich mitgenommen und im Kammergebäude […] versteckt. Der tschechische Arzt Miroslav Matuschek hat mich operiert. Und ich war also die ganze Zeit dort.“