Bodo Ritscher, Rikola-Gunnar Lüttgenau, Gabriele Hammermann, Wolfgang Röll, Christian Schölzel (Hg.)
Das sowjetische Speziallager Nr. 2 1945-1950.
Katalog zur ständigen historischen Ausstellung

im Auftrag der Gedenkstätte Buchenwald
Göttingen: Wallstein-Verlag, 1999. - 320 S.: Ill.

Im Mai 1997 konnte in der Gedenkstätte Buchenwald in einem eigens errichteten Ausstellungsgebäude eine Dauerausstellung zur Geschichte des Speziallagers Nr. 2 eröffnet werden. Der Katalog zur Ausstellung entspricht ihrer Struktur. Er enthält den vollständigen Begleittext zur Ausstellung und die wichtigsten Dokumente, Exponate und Fotografien. Im Anhang finden sich eine Studie zum aktuellen Forschungsstand, eine Zeittafel und eine Auswahlbibliografie.

Sergej Mironenko, Lutz Niethammer, Alexander von Plato (Hg.)
in Verbindung mit Volkhard Knigge und Günter Morsch

Sowjetische Speziallager in Deutschland 1945 bis 1950

Band 1: Studien und Berichte. Hrsg. und eingel. von Alexander von Plato
Berlin: Akademie Verlag, 1998. - 595 S.
Band 2: Sowjetische Dokumente zur Lagerpolitik. Eingel. und bearb. von
Ralf Possekel
Berlin: Akademie Verlag, 1998. - 424 S.

Die Bände sind das Ergebnis einer umfangreichen wissenschaftlichen Kooperation zwischen deutschen und russischen Institutionen.
Im ersten Band werden grundsätzliche Aspekte der Thematik und die Quellensituation, die historischen Hintergründe der alliierten Internierungspolitik, Struktur und Tätigkeit der sowjetischen Geheimpolizei sowie der Sowjetischen Militärtribunale in Deutschland behandelt. Übergreifende Bereiche wie Versorgung, Krankheit und Tod in den Speziallagern sowie die Belegung der Lager werden untersucht. Diesem Anliegen dienen auch mehrere statistisch orientierte Analysen. Detaillierte Studien zu den einzelnen Lagern, zu den "Waldheimer Prozessen" sowie eine Bibliografie schließen den ersten Band ab.
Der zweite Band enthält eine umfassende historisch-analytische Einleitung über Strukturen, Ebenen und Entscheidungsabläufe des NKWD/MWD-Speziallagersystems. Mit insgesamt 113, größtenteils erstmals veröffentlichten Dokumenten zur sowjetischen Inhaftierungspolitik und -praxis in Deutschland ist Material zugänglich gemacht worden, das für die Forschung von grundlegender Bedeutung ist.

Holm Kirsten
Das sowjetische Speziallager Nr. 4 Landsberg/Warthe

Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (Hg).
Göttingen: Wallstein-Verlag, 2005.- 159 S.

Im Gegensatz zu den Speziallagern auf dem Territorium der ehemaligen DDR, wo nach 1990 Gedenkstätten entstanden, ehemalige Häftlinge Interessenverbände gründeten und sich die Forschung des Themas annahm, blieben die auf dem Territorium des heutigen Polen liegenden Lager weitgehend unbeachtet. Eines dieser Lager befand sich in Landsberg an der Warthe (heute: Gorzów Wielkopolski). Bereits unmittelbar nach dem Einrücken der Roten Armee am 30. Januar 1945 wurde auf dem Gelände der ehemaligen General-von-Strantz-Kaserne ein Sammellager für sogenannte Mobilisierte eingerichtet, die größtenteils bis Ende März in die Sowjetunion weitertransportiert wurden. Im Mai 1945 entstand an gleicher Stelle das Speziallager Nr. 4 des NKWD, in dem sich zur Jahresmitte bereits über 6000 Internierte befanden. Bei den in Landsberg Internierten handelte es sich hauptsächlich um Personen, die unmittelbar nach Kriegsende in und um Berlin verhaftet worden waren. Bis zur Auflösung Anfang Januar 1946 durchliefen etwa 13.000 Personen das Lager. Die verbliebenen Internierten wurden in das Speziallager
Nr. 2 nach Buchenwald abtransportiert.
Die Publikation ist mit ausgewählten Häftlingsbiografien, einem rekonstruierten Plan des Lagers, Fotografien und Dokumenten ausgestattet.

Peter Reif-Spirek, Bodo Ritscher (Hg.)
Speziallager in der SBZ.
Gedenkstätten mit "doppelter Vergangenheit"

Gedenkstätte Buchenwald
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Berlin: Links Verlag, 1999. - 328 S.: Ill.

Der vorliegende Band unternimmt eine historische Annäherung an die sowjetischen Herrschaftstechniken in Deutschland und im Besonderen an die Funktion der sowjetischen Speziallager in der SBZ. Die Beiträge entstammen der Konferenz "Die Speziallager in der SBZ als Gegenstand der historisch-politischen Bildung" im September 1998. Mit Studien über das "Jahrhundert der Lager", die nationalsozialistischen Konzentrationslager, den GULag, über deutsche und sowjetische Kriegsgefangenenlager und die alliierten Internierungslager in Deutschland nach 1945 wird vergleichenden Aspekten besonderes Augenmerk gewidmet. Ein Anhang vermittelt überblicksartige Informationen über die zehn Speziallager der SBZ und die heutigen Gedenkstätten.

Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945, Speziallager Nr. 2 1945-1950: zwei Lager an einem Ort - Geschichte und Erinnerungskonstruktion

Gedenkstätte Buchenwald (Hg.)
Bericht für die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit"
Weimar-Buchenwald, 1998. - 184 S.

Der im Auftrag des Deutschen Bundestages verfasste Bericht ist als Versuch eines Lagervergleichs und eines historischen Abrisses der Geschichte beider Lager und der Gedenkstätte zu verstehen. Die überblicksartige Publikation soll Fakten und Daten zu den Lagern in Buchenwald einem breiten Publikum zugänglich machen, das Verständnis des historischen Ortes erleichtern und zur sinnvollen Strukturierung von Gedenkstättenbesuchen beitragen.

Bodo Ritscher
Speziallager Nr. 2 Buchenwald: zur Geschichte des Lagers Buchenwald 1945-1950

Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (Hg.)
2., überarb. Aufl. Erfurt, 1995. - 270 S.: Ill.

1992 konnten erstmalig bis dahin geheime Akten über die sowjetischen Speziallager aus dem Bestand des Staatlichen Archivs der Russischen Föderation eingesehen werden. Eine erste Auswertung dieser Dokumente, von Befragungen und Berichten ehemaliger Betroffener sowie zahlreicher Dokumente aus deutschen Archiven bilden die Grundlage für diese Veröffentlichung. Sie enthält Basisinformationen über die Internierungspraxis, den Aufbau und die Organisation des Lagers Buchenwald, über die Lebensbedingungen, die geistig-kulturelle Situation und das Verhältnis der Öffentlichkeit zu diesem Lager. Der Anhang umfasst Tabellen und Übersichten zur Belegung des Lagers sowie eine Chronik und eine Auswahlbibliografie.