Das Überleben im Konzentrationslager hing von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Bestimmte Eigenschaften und Umstände konnten die Überlebenschancen jedoch erhöhen. Hierzu zählte unter anderem die sprachliche Kompetenz. Die Mehrheit der Universitätsangehörigen stammte aus dem Elsass und Lothringen und verfügte über deutsche Sprachkenntnisse. Für die Älteren, die zwischen 1871 und 1918 geboren waren, als die beiden Grenzregionen zum Deutschen Reich gehörten, war Deutsch die Mutter- oder Amtssprache gewesen. Die Jüngeren waren vielfach durch das Bildungssystem mit der deutschen Sprache in Kontakt gekommen. Sprachwissenschaftler, wie Dimitri Strémooukhoff, Boris Unbegaun und Georges Straka, waren darüber hinaus mehrsprachig.
After the liberation of Weimar, the city was faced with the question of how to deal with its recent past. The cleansing of the cityscape from relics of the Nazi era began under American occupation. At the same time, a group of former Buchenwald prisoners led by Richard Großkopf campaigned for the commemoration of the (political) prisoners of the concentration camp to be prominently anchored in the cityscape. Watzdorfplatz with its two memorials also came to the fore here. Even at this early stage,
From the end of November 1945, the old monuments were initially demolished and the city council renamed the area Square of the 51,000 in memory of the estimated number of dead at the time. For the next two years, however, the square, which was partly lined with ruins, remained virtually unchanged, partly because other options were considered for the design of a beech forest memorial, such as today's Jorge Semprún Square.
On 14 September 1947, the third Day of the Victims of Fascism, the recently founded Association of Victims of Nazi Persecution (VVN) symbolically took possession of the Square of 51,000, although their ambitious design plans - initially two large groups of figures to the left and right of the street - were not carried out due to the economic hardship. The decoration of the area remained as meagre as it was improvised. In 1952, the city of Weimar changed the name to Platz der 56 000 in response to new information about the number of victims.
In the same year, the VVN once again formulated an ambitious new building project which, in addition to the erection of a memorial complex, also envisaged office space and other facilities to free the square from the flanking landscape of ruins. The dissolution of the VVN beyond the camp committees as survivor networks in the GDR in February 1953 - ostensibly because a genuinely anti-fascist state did not need its own organisation of former Nazi victims - meant the end of these plans for the time being.
Viele Beispiele zeugen zudem von gegenseitiger Hilfe und Solidarität unter den Universitätsangehörigen. Zwischen einigen von ihnen bestanden bereits vor der Verhaftung freundschaftliche Bande, die im Lager Bestand hatten. Trafen Männer etwa mit demselben Transport in Buchenwald ein, versuchten sie, als Gruppe zusammenzubleiben. Elf der 25 Studenten, die im Oktober 1943 in Buchenwald als sogenannte Neuzugänge registriert wurden, erhielten beispielsweise fortlaufende Häftlingsnummern. Diese Form des Gruppenzusammenhaltes konnte den Überlebenswillen stärken. Gleiches gilt für unscheinbar wirkende freundschaftliche Gesten. Laut eigenen Angaben erlebte der Theologe Robert Eppel nach seiner Ankunft in Buchenwald im August 1944 die Solidarität seines schon länger in Buchenwald inhaftierten Kollegen Georges Straka, der mit ihm ein sein Essen teilte.
Lebensrettende Hilfe organisierten einige Kollegen für den Mediziner Marc Klein, der im Februar 1945 mit einem Räumungstransport aus dem KZ Groß-Rosen in Buchenwald eintraf. Sie retteten ihn aus dem Elend des Kleinen Lagers und brachten ihn in der Pathologie, eine relativ geschützten Arbeitskommando unter, wie er später berichtete:
„Eine halbe Stunde später waren die in Buchenwald sehr zahlreich vertretenen Straßburger und Clermonter Kameraden informiert und wussten über meine Anwesenheit im Lager Bescheid, und fast gleichzeitig tauchten sie alle bei mir im Block 58 auf. Es war für mich einer der tröstlichsten und bewegendsten Momente, die ich in den Konzentrationslagern überhaupt erlebt habe. Ich erfuhr von ihnen, man werde das Nötige tun, um mich in einem guten Kommando und nach Möglichkeit sogar in einem Labor unterzubringen.“
Aus: Marc Klein, Block 61, in: Anett Dremel, Michael Löffelsender, Jens-Christian Wagner (Hg.): Témoignages strasbourgeois. Berichte französischer Überlebender der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora, Göttingen 2024, S. 152 f.
Um den Chemiker Robert Weil, der ebenfalls Anfang 1945 mit einem Räumungstransport in das Kleine Lager von Buchenwald verschleppt worden war, kümmerten sich seine Fakultätskollegen Hermann Hering und Albert Kirrmann, die schon länger in Buchenwald waren. Sie versorgten ihn im Rahmen des Möglichen mit Essen und Medikamenten.
Auch die Universitätsverwaltung bemühte sich, ihre inhaftierten Mitglieder zu unterstützen. So sind vor allem für Studenten Geldüberweisungen durch Albert Rabasse, den Sekretär der Universität belegt. Mit dem Geld konnten sich die Männer im Konzentrationslager beispielsweise zusätzliche, wenn auch minderwertige Lebensmittel in der Häftlingskantine kaufen.
Zwar verbesserten sprachliche und fachliche Kenntnisse sowie gruppenspezifische Solidarität die Überlebenschancen. Sie schützten jedoch nicht vollständig vor Gewalt, Hunger oder Krankheit. Jean-Paul Cauchi etwa erschossen SS-Wachen bei der Räumung des Außenlagers Staßfurt. Zudem war Hilfe für alle unter den Bedingungen eines Konzentrationslagers ohnehin nicht möglich. Insgesamt überlebten 19 der 82 in das KZ Buchenwald verschleppten Angehörigen der Université de Strasbourg die Deportation nicht.