Foto: Peter Hansen. Gedenkstätte Buchenwald

Arrestzellenbau

Im linken Flügel des Torgebäudes mit den verblendeten Fenstern waren die gefürchteten Zellen des "Bunkers". So hieß das Lagergefängnis, das von Februar 1938 bis zum Ende immer voll belegt war: 26 Zellen links und rechts des schmalen Mittelganges, jede 2,05 m lang und 1,38 m breit, separat beheizbar und abzudunkeln, mit hochklappbarer Pritsche und Stahltür.

Der offizielle Strafkatalog für Arreststrafen – 3 bis 42 Tage in der Zelle, einzeln oder in Gruppen, tagsüber stehend, ohne Gelegenheit zum Liegen und Sitzen, auch als Dunkelhaft und generell bei Wasser und Brot – galt nur als Richtlinie. Die Einweisung war willkürlich und die Gründe dafür konnten Diebstahl, homosexuelle Beziehungen, Ungehorsam, Sabotage, ein Fluchtversuch oder Widerstand sein; diese Taten wurden als Verstöße gegen die Lagerordnung geahndet. Tatsächlich dauerte die Tortur in den engen Zellen oft Monate und endete für viele mit dem Tod. "Verhör bis zum Geständnis", wie es bei der SS hieß, war Alltag in der schlimmsten Folterstätte des Lagers. Menschen wurden hier zu Tode gequält, an den Gitterstäben erhängt oder durch Injektionen von Phenol und Luft umgebracht. Abgestumpfte Aufseher quälten aus eigenem Antrieb oder im Auftrag. In Zelle 1 verbrachten Menschen ihre letzten Stunden vor der Ermordung im Krematorium.

Heute sind einige Zellen als Gedenkräume eingerichtet und erinnern an im Bunker ermordete Häftlinge, z. B. den evangelischen Pfarrer Paul Schneider und den österreichischen Geistlichen Otto Neururer.