Fritz Löhner-Beda

1883 (Wildenschwert, Böhmen) - 1942 (KZ Auschwitz-Monowitz)

Liberettist und Liedtexter

"Oh Buchenwald … wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!"



Am 24. Juni 1883 wird Fritz Löhner-Beda (auch: Beda-Löhner) als Fritz Löwy in Wildenschwert (Usti nad Orlici) geboren. Er studiert Jura und promoviert 1905 an der Universität Wien zum Dr. jur. Vor dem Ersten Weltkrieg schreibt er Satiren, 1920 erscheint der Lyrikband „Ecce ego“. Als Librettist von Franz Lehárs Operette "Land des Lächelns" erlangt er 1928 Weltruhm. Daneben schreibt er Schlagertexte wie "Ausgerechnet Bananen", "In der Bar zum Krokodil", "O Donna Clara" oder "Ich hab´ mein Herz in Heidelberg verloren"; 1933 "Dein ist mein ganzes Herz" und "Gern hab´ ich die Frauen geküßt". Daneben verfaßt er Filmdrehbücher. Fritz Löhner-Beda wird Vizepräsident des österreichischen Schriftsteller-Verbandes und Präsident des Wiener jüdischen Fußballvereins "Hakoah".

Ende März 1938, nach dem Einmarsch der Deutschen in Österreich, wird er sofort verhaftet und am 1. April mit dem sogenannten "Prominententransport", dem ersten Transport von Österreichern, ins KZ Dachau eingeliefert. Im September 1938 wird er nach Buchenwald überstellt, arbeitet in der Strumpfstopferei und ab September 1939 im Gärtnerei-Kommando. Vergeblich hofft er, Franz Lehár werde sich für seine Freilassung einsetzen. Im Lager beteiligt er sich an Kleinkunst-Aufführungen für Mithäftlinge. 1938 dichtet er den Text des "Buchenwald-Liedes", den Hermann Leopoldi vertont. Im Oktober 1942 wird Fritz Löhner-Beda in das KZ Auschwitz-Monowitz deportiert. Beim Morgenappell wird er durch Schläge eines SS-Mannes so schwer verletzt, daß er am 4. Dezember 1942 stirbt.