Fritz Grünbaum

1880 (Brünn) - 1941 (KZ Dachau)

Kaberettist

"Was nützt mir mein Geist, wenn mein Name mich schädigt? Ein Dichter der Grünbaum heißt, ist schon erledigt."



Am 7. April 1880 wird Franz Friedrich (Fritz) Grünbaum in Brünn als Sohn eines Kunsthändlers geboren. Nach dem Schulbesuch in Brünn studiert er 1899-1903 Jura in Wien. Seit 1906 tritt er als Conferencier und Kabarettist auf, später auch als Theaterschauspieler, schreibt Librettos zu Operetten von Franz Lehar und anderen. Unter dem Titel "Verlogene Wahrheiten" kommen 1912-1914 seine gesammelten Conferencen und Monologe in neun Bänden heraus. Anfang 1915 meldet er sich freiwillig zur Front, kehrt 1918 als Oberleutnant heim, mit zahlreichen Orden ausgezeichnet und desillusioniert. Rückkehr zur Bühne, er leitet zeitweise Kabarettbühnen in Wien. Kontakte mit Paul Morgan, Roda Roda, Hermann Leopoldi und anderen. In Berlin und Wien macht er zunehmend politisches Kabarett, übernimmt viele Nebenrollen in Film und Theater, verfaßt mit Roda-Roda Drehbücher. Seit 1921 arbeitet er mit dem Schauspieler und Kabarettisten Karl Farkas zusammen. Sie treten mit der von ihnen neu geschaffenen Doppelconference auf. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Österreich ist Fritz Grünbaum politischen und antisemitischen Angriffen ausgesetzt.

Bei dem Versuch, in die Tschechoslowakei zu fliehen, wird er von den Grenzbehörden zurückgeschickt, am 1. April 1938 festgenommen und im Polizeigefangenenhaus auf der Elisabethpromenade in Wien inhaftiert, im Mai 1938 im Sammellager Wien Karajangasse, unter anderem mit Bruno Kreisky, interniert. Kurz darauf wird er in das KZ Dachau eingeliefert; dort tritt er als Kabarettist auf. Anfang Oktober 1938 wird Fritz Grünbaum nach Buchenwald überstellt, ist im Lager unter anderem mit Fritz Löhner-Beda zusammen. Arbeit in der Strumpfstopferei, im Steinbruch und im Latrinenkommando. Kabarettauftritte. Am 24. Oktober 1940 wird er wieder in das KZ Dachau verbracht, wo er am 14. Januar 1941 stirbt.