Paul Schneider wird am 29. August 1897 in Pferdsfeld im Hunsrück geboren und wächst in einem evangelischen Pfarrhaus auf. Nach dem Notabitur 1915 leistet er bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Kriegsdienst, zuletzt als Leutnant. Von 1919 bis 1922 studiert er Evangelische Theologie, auf das Studium folgt ein Predigerseminar in Soest, dann eine Tätigkeit bei der Stadtmission Berlin. 1926 übernimmt er die Pfarrstelle seines verstorbenen Vaters in Hochelheim und Dornholzhausen. Im selben Jahr heiratet er Margarete Dieterich; das Paar bekommt sechs Kinder.
Der nationalkonservativ geprägte Schneider steht dem Nationalsozialismus zunächst nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber und tritt im Juli 1933 für kurze Zeit den nationalsozialistisch orientierten „Deutschen Christen" bei. Schon bald wendet er sich jedoch gegen deren völkische Glaubenslehre und gegen den politischen Zugriff des NS-Staates auf die Kirche. Wegen seiner öffentlichen Kritik versetzt ihn die Kirchenbehörde 1934 nach Dickenschied und Womrath im Hunsrück. Dort gehört er der Bekennenden Kirche an und gerät erneut mit NS-Funktionären und staatlichen Behörden in Konflikt. Mehrfach wird er verhaftet. Im Juli 1937 weist ihn die Gestapo aus der Rheinprovinz aus.
Schneider erkennt die Ausweisung nicht an, weil er sich weiterhin als Pfarrer seiner Gemeinden verpflichtet sieht. Am 3. Oktober 1937 kehrt er nach Dickenschied zurück und hält dort den Erntedankgottesdienst. Noch am selben Tag wird er erneut verhaftet. Ende November 1937 überstellt ihn die Gestapo aus dem Gefängnis in Koblenz in das KZ Buchenwald.
Im Lager muss Schneider Zwangsarbeit leisten. Beim Fahnenappell zu Hitlers Geburtstag am 20. April 1938 weigert er sich, die Hakenkreuzfahne durch das Abnehmen seiner Mütze zu grüßen. Die SS misshandelt ihn und sperrt ihn in den
Aus dem vergitterten Zellenfenster ruft Schneider den auf dem Appellplatz stehenden Häftlingen Bibelworte und Botschaften zu. Er klagt Misshandlungen und Morde durch die SS an und spricht seinen Mithäftlingen Mut zu. Unter den Häftlingen wird er deshalb als „Prediger von Buchenwald" bekannt.
Während der 14 Monate im Arrestzellenbau wird Schneider wiederholt schwer misshandelt. Am 18. Juli 1939 ermordet ihn der Lagerarzt Erwin Ding-Schuler mit einer Überdosis Strophanthin. Seine Beisetzung wenige Tage später in Dickenschied findet unter großer öffentlicher Anteilnahme statt.
Seit den 1950er-Jahren wird in einem