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Station 3: Häftlingskrankenbau

Durch die schwere Arbeit, den Mangel an Nahrung und Wasser und die Gewalt der SS gab es von Beginn an viele Kranke und Verletzte im Lager. Die Errichtung des Häftlingskrankenbaus – auch Revier genannt – hier im nordwestlichen Bereich des Häftlingslagers zog sich trotzdem über Jahre.

Laut Anordnung der SS-Lagerleitung durften im Krankenbau in den ersten Jahren ausschließlich Häftlingspfleger, keine Häftlingsärzte arbeiten. Die meisten von ihnen hatten keinerlei medizinische Kenntnisse. An einer ernsthaften Krankenversorgung zeigten die verantwortlichen SS-Ärzte kein Interesse.

Unter diesen Bedingungen waren die Möglichkeiten der Häftlingspfleger, ihren Mitgefangenen zu helfen, sehr begrenzt. Den SS-Ärzten offen entgegentreten, konnten sie nicht. Was ihnen blieb, waren Selbsthilfe und der Erwerb von Fachkenntnissen.

Der deutsche Häftling Willi Dehnert, von Beruf Maurer, war bis 1939 als Pfleger im Krankenbau eingesetzt. Über diese Zeit schrieb er später:

„Die für das Häftlings-Krankenrevier verantwortlichen SS-Ärzte […], die entsprechend ihrem hippokratischen Eid zur Hilfe an leidenden Menschen verpflichtet waren, haben diesen […] in verbrecherischer Weise unzählige Male verletzt. Ihre eigentliche, verantwortliche Tätigkeit hatten wir Häftlingssanitäter übernommen und entsprechend den ethischen Forderungen [des] Hippokrates gehandelt, ohne überhaupt recht zu wissen, wer Hippokrates eigentlich war. Aber wir haben gehandelt. Auch gegen die Anordnungen der SS. […] Was waren wir Sanitäter von Beruf? Außer den Schreibversierten, die mit Schreibarbeiten beschäftigt wurden, […] kamen wir alle aus den verschiedensten handwerklichen Berufen. Ohne Übertreibung gesagt, haben sie alle sich ein umfangreiches medizinisches Wissen erworben, wobei wir uns gegenseitig qualifizierten. […] Viel gelernt haben wir durch die heimlich zu Rate gezogenen jüdischen Ärzte aus Wien. Sie gaben uns Hinweise, was bei den verschiedenen Krankheitsfällen gemacht werden muss und wie es gemacht werden muss.“[1]

Trotz der organisierten Selbsthilfe der Funktionshäftlinge blieb die Lage im Häftlingskrankenbau bis zur Befreiung des Lagers stets prekär.

 

[1] Erinnerungsbericht Willi Dehnerts, undatiert (Archiv der Gedenkstätte Buchenwald)


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