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Station 2: Kinderblock 66

Mit sogenannten Räumungstransporten trafen im Winter 1944/45 auch zahllose, überwiegend jüdische Kinder und Jugendliche in Buchenwald ein. Viele dieser Jungen waren Waisen, deren Eltern die SS ermordet hatte. Ihre Aussicht, auf sich gestellt im Elend des Kleinen Lagers zu überleben, war mehr als gering. Politische und jüdische Funktionshäftlinge waren nicht bereit, dies tatenlos hinzunehmen – und sie handelten.

Mitte Januar 1945 überzeugten sie die SS, hier am äußersten Rand des Kleinen Lagers den Kinderblock 66 einzurichten. Er bot Schutz vor willkürlicher Gewalt, Missbrauch und schwerer Zwangsarbeit.

Der damals 16-jährige Robert Büchler traf Ende Januar 1945 aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in Buchenwald ein. Er gehörte zu den Jungen, die in Block 66 untergebracht wurden. Später widmete er sich als Historiker intensiv der Geschichte des Kinderblocks 66. Er schrieb:

„Vom Block 66 in Buchenwald wurden ca. 500 Kinder und Jugendliche gerettet. Die Rettung dieser 500 jungen Menschen, die nach den vielen Jahren der Verfolgung und der Misshandlung in einem katastrophalen physischen wie auch psychischen Zustand waren, war kein Zufall. Wenn man die Umstände, die im Lager herrschten, in Betracht zieht, muss man sagen, dass es eine heldenhafte Tat einzelner Häftlinge war, die in der Rettung der Kinder ein heiliges Ziel gesehen haben. […] Dass es nicht so einfach war, wussten wir schon in Buchenwald, aber die Hingabe und die Gefahr, die unsere Retter auf sich nahmen, wurden uns erst später klar. […] Inmitten der Grausamkeit, durch die täglich Hunderte starben, [entstand] eine einzigartige Insel, wo sich Humanität auch in der Hölle der Naziherrschaft bewahren konnte.“[1]

Bereits im Sommer 1943 hatten Funktionshäftlinge in Block 8 im Großen Lager eine erste Unterkunft für Kinder und Jugendliche eingerichtet. In ihm waren zunächst vor allem Jungen aus der Sowjetunion untergebracht, später zudem jüdische Häftlinge und jugendliche Sinti und Roma.

Insgesamt erlebten am 11. April 1945 mehr als 900 Kinder und Jugendliche die Befreiung hier auf dem Ettersberg. Die meisten hatten in den beiden Kinderblocks 8 und 66 überlebt. Ihre Rettung war das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung von Funktionshäftlingen und den Männern des Lagerwiderstandes.

 

[1] Robert Büchler, Am Ende des Weges. Kinderblock 66 im Konzentrationslager Buchenwald, in: Dachauer Hefte 6 (1990), S. 104-117, hier S. 117


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