Josef Čapek

1887 (Hronov, Tschechoslowakei) - 1945 (KZ Bergen-Belsen)

Bildender Künstler, Schriftsteller

"Ein Kunstwerk ist ein Akt des Glaubens an den Wert der Dinge."



Am 23. März 1887 wird Josef Čapek als Sohn eines Landarztes in Hronov (Nordböhmen) geboren. Nach dem Besuch der Schule für industrielle Kunst in Vrchlabí studiert er von 1904-1910 an der Kunstgewerbeschule in Prag. 1907 Veröffentlichung kleiner Prosastücke, Arbeit als Bühnenbildner am Prager Theater "Na Vinohradech". 1910-1911 Studienreise mit seinem Bruder, dem Schriftsteller Karel Čapek, nach Paris.

1911 gehört er zu den Mitbegründern der "Skupina výtvarných umelcu" (Gruppe Bildender Künstler) und gibt die Kunstzeitschrift "Umelecký mesicnik" (Monatsschrift für Kunst) heraus. 1918 versucht er in der Gruppe "Tvrdosijni" (Die Hartnäckigen), dem Bedeutungsverlust des Kubismus nach dem Ersten Weltkrieg entgegen zu wirken. Mitte der zwanziger Jahre wendet sich Čapek sozialkritischen Themen zu und ist als Kunstkritiker und Redakteur tätig. Für seinen Roman "Im Schatten des Farnkrauts" erhält er 1931 den Literaturpreis der CSR. Ende der dreißiger Jahre entstehen politische Karikaturen gegen die Nationalsozialisten. Noch im Herbst 1939 wird ihm ein tschechischer Kunstpreis zuerkannt.

Am 1. September 1939 wird Josef Čapek in Zeliva von der Gestapo verhaftet und in das Zuchthaus Pankrác in Prag gebracht. Nach einer Woche wird er nach Dachau überstellt, von dort am 26. September 1939 nach Buchenwald und im Juni 1942 nach Sachsenhausen. Am 25. Februar 1945 Transport nach Bergen-Belsen. Dort stirbt Josef Čapek in den ersten Apriltagen an Typhus. Aus der Lagerzeit in Buchenwald und Sachsenhausen sind Gedichte und Zeichnungen erhalten geblieben.