Willem F. van Bodegraven

1903 (Rotterdam) - 1992 (Amsterdam)

Architekt

"Fortschritt bedeutet Experimentieren und Experimentieren bedeutet, selbst mit den geschicktesten Händen, eine gewisse Menge nicht-produktiver Arbeit und etliche Mißerfolge."



Willem Franciscus van Bodegraven wird am 23. November 1903 in Rotterdam geboren. Er studiert Architektur bei dem Architekten und Städtebauer Cornelis van Eesteren, ab 1929 an der Hochschule für Handwerk und Baukunst Weimar, entwirft Modelle für Rattan-Möbel. Nach dem Regierungsantritt Wilhelm Fricks (NSdAP) als Volksbildungsminister von Thüringen kehrt er im April 1931 in die Niederlande zurück. 1933 wird Willem van Bodegraven Sprecher der niederländischen Architektengruppe am Athener "Congrès Internationaux d´Architecture Moderne" (CIAM) zum Thema "Die funktionale Stadt".

Im Mai 1940 wird sein Atelier bei einem deutschen Bombenangriff auf Rotterdam zerstört. Während der deutschen Besetzung unterstützt er die Verteilung der illegalen Zeitung "Die Wahrheit". Im Februar 1942 wird Willem van Bodegraven durch den Sicherheitsdienst verhaftet, nach der Haft im Lager Amersfoort und im Polizeigefängnis Oberhausen wird er als politischer Häftling in das KZ Buchenwald verbracht, wo er am 11. April 1945 befreit wird.

Nach Amsterdam zurückgekehrt, nimmt Willem van Bodegraven an weiteren CIAM-Tagungen teil, er bleibt Mitglied der avantgardistischen Architekten-Gruppe "de 8", entwirft Siedlungs-, Sozialwohnungs-, Krankenhaus- und Industriebauten.

Am 28. September 1992 stirbt Willem van Bodegraven in Amsterdam.