Nach nicht einmal drei Monaten im KZ Buchenwald ist
Paul Baranyai tot. Ende Juni 1939 ist er in einer der ersten
Massendeportationen mit Hunderten burgenländischen
Roma zuerst in das KZ Dachau und dann auf den Ettersberg
verschleppt worden. Wie die anderen registriert die SS den
22-jährigen Landarbeiter nach der Ankunft als „Zigeuner“.
Im Lager sind die Männer schwersten Schikanen ausgesetzt.
In Schnee und Eis lässt die SS sie in dünner Häftlingskleidung
auf Baustellen im Freien arbeiten. Viele überleben den Winter
nicht. Wer die Strapazen übersteht, wird im Frühjahr 1940 in
das KZ Mauthausen transportiert. Paul Baranyai schafft es
nicht. „Lungenentzündung“ notiert die SS als Todesursache.