Am 4. April 2026 jährte sich die Befreiung des KZ-Außenlagers Ohrdruf bei Gotha zum 81. Mal. Es war das erste, nicht vollständig geräumte Lager, das die US-Armee erreichte. Die Bilder aus Ohrdruf, aufgenommen von den US-Truppen, gingen um die Welt und prägten das internationale Bewusstsein über die Verbrechen des NS-Regimes.
Seit 2022 setzen sich die Arolsen Archives, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zusammen mit der Weimarer Mal- und Zeichenschule sowie vielen Institutionen und Engagierten vor Ort dafür ein, die Erinnerungslücke zu schließen. Dabei machen künstlerische Mittel und digitale Medien das Geschehen insbesondere für junge Menschen greifbar.
In diesem Jahr gestalteten 12 Jugendliche die Gedenkveranstaltung. Die 14- bis 19-jährigen Freiwilligen aus sechs unterschiedlichen Orten inner- und außerhalb Thüringens beschäftigten sich seit November 2025 im Rahmen des durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Projekts „Dein HistoryLab für neue Perspektiven“ der Stiftung EVZ intensiv mit Geschichte, Erinnerungskultur und zeitgemäßen Formen des Gedenkens.
„Schon früh haben wir als Projektgruppe festgestellt, dass wir ganz unterschiedliche Bezüge zur Geschichte des NS-Terrors und zum historischen Ort Ohrdruf haben (…). Uns alle eint die Überzeugung, dass ein Ort wie Ohrdruf und dessen Opfer auch unter jungen Menschen im Bewusstsein verankert werden muss und deshalb neue Ansätze in der Gedenkkultur von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt werden müssen.“
Jugendliche Organisator*innen der Gedenkveranstaltung 2026
Die Gedenkveranstaltung wurde konzipiert, organisiert und durchgeführt durch Jugendliche, Veranstaltende waren die Arolsen Archives in Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Sie begann mit einem Rundgang und Gedenken am Standort des ehemaligen Außenlagers Ohrdruf auf einem heutigen Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Im Anschluss gab es ein Podiumsgespräch und vertiefende Workshops für die jugendlichen Teilnehmenden im Schloss Ehrenstein in Ohrdruf.