Öffnungszeiten Praktische Infos Was ist Wo? Apps Öffentliche Rundgänge Weitere Sprachangebote Barrieren vor Ort FAQ

Gedenken im Zeichen des historischen Widerstandes und der zivilgesellschaftlichen Wehrhaftigkeit

81. Jahrestag der Befreiung der KZ Buchenwald undf Mittelbau Dora

Am 12. und 13. April 2026 wird in den Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Befreiung der Konzentrationslager gedacht. Zu den Gedenkfeiern werden auch in diesem Jahr Überlebende anreisen.

Der 81. Jahrestag steht übergreifend unter dem Jahresthema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Damit rückt die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora die vielfältigen Formen der Selbstbehauptung und des Widerstandes der Häftlinge in den Fokus – vom kulturellen Überleben im Lager bis hin zur politischen Organisation.

02.04.2026

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Jens-Christian Wagner unterstrich im Mediengespräch in Weimar die Gegenwartsbedeutung des Gedenkens: „Wir erleben eine spürbare Zuspitzung von Angriffen auf die Erinnerungskultur und eine Verbreitung geschichtsrevisionistischer Narrative. Wenn versucht wird,
Buchenwald für aktuelle geopolitische Konflikte zu missbrauchen, ziehen wir eine rote Linie. Als wehrhafte Gedenkstätte treten wir dem entschieden entgegen: mit der Zivilgesellschaft an unserer Seite und durch die konsequente Durchsetzung der Regeln für einen Gedenkstättenbesuch. Buchenwald und Mittelbau-Dora bleiben Orte der Würde und der historisch präzisen Aufklärung.“

Andreas Froese, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, ordnet die beunruhigende Lage unmissverständlich ein: „81 Jahre nach der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora bedroht der politische und gesellschaftliche Rechtsruck die geschichtsbewusste Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen massiv.
In vielen Ländern sorgen sich Familienangehörige ehemaliger Häftlinge um den Schutz der erinnerungskulturellen Arbeit und der Gedenkstätten in Deutschland vor politisch motivierten An- und Eingriffen. Zugleich zeigt sich, dass weiterhin zahlreiche Menschen Gedenkstätten an nationalsozialistischen Tatorten aufsuchen, um sich mit regem Interesse über die dort begangenen Verbrechen zu informieren und Impulse für ihr eigenes Handeln in der Gegenwart zu gewinnen.“

Die Gedenkfeiern des Jahres 2026 werden durch prominente Stimmen aus Zivilgesellschaft, Politik und Religion getragen, die stellvertretend für die nachfolgenden Generationen sprechen: Bei der Gedenkfeier in der Gedenkstätte Buchenwald am 12. April 2026 um 13:30 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz wird der Schauspieler und Autor Hape Kerkeling, dessen Großvater im KZ Buchenwald inhaftiert war, die Hauptrede halten. Ein Grußwort der Bundesregierung überbringt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Im Anschluss an die offizielle Gedenkfeier findet um 15:45 Uhr im ehemaligen Kleinen Lager ein interreligiöses Gedenken statt. Hieran nehmen Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt, und Milán Andics, Kantor der jüdischen Landesgemeinde in Erfurt, teil. Das Gedenkprogramm am 12. April beginnt in Buchenwald bereits um 12 Uhr mit dem Stationen-Rundgang „Geschichte.Bewusst.Machen: Widerstand!“ in Zusammenarbeit mit verschiedenen Initiativen, die sich für die Auseinandersetzung mit der Geschichte Buchenwalds engagieren.

In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen findet die zentrale Gedenkfeier am 13. April 2026 um 11:00 Uhr statt. Die Zeremonie wird unter anderem durch Sebastian Krumbiegel mit einer Rede und auch musikalisch gestaltet. Am Gedenkort Ellrich-Juliushütte, dem einst größten Außenlager des
KZ Mittelbau-Dora, wird am Dienstag, dem 14. April 2026, um 11:00 Uhr der Befreiung gedacht.

Begleitet werden die Gedenkfeiern von Veranstaltungen, die die Selbstbehauptung und den Widerstand der Häftlinge dokumentieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Künstlern wie Hermann Leopoldi, dem Mitschöpfer des Buchenwaldliedes, und dem tschechischen Schriftsteller Arnošt Lustig. In Nordhausen wird Gelegenheit sein, Einblicke in den Film „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ von Güner Balci und Jesco Denzel zu erhalten. Zudem wird die Stiftung gemeinsam mit dem ehemaligen sowjetischen Zwangsarbeiter der HASAG und Buchenwald-Überlebenden Andrei Iwanowitsch
Moiseenko am 1. Mai 2026 seinen 100. Geburtstag mit einer Matinee im Deutschen Nationaltheater Weimar feiern.

Die wissenschaftlichen Erträge des Jahres, darunter umfangreiche Betrachtungen zum Jahresthema, bündelt die Stiftung in dem soeben erschienenen Jahresmagazin „Reflexionen 2026“ sowie in drei neuen
Buchveröffentlichungen. Und im Mai 2026 wird das neue audionarrative Geschichtsprojekt „Widerstand. Hörgeschichten aus Thüringen 1933 – 1945“ online, im Rundfunk und im öffentlichen Raum zu hören sein.

Zusammen mit unseren Kooperationspartnern bieten wir in Weimar, Nordhausen und weiteren Orten ein umfangreiches Programm. Über alle Veranstaltungen zum 81. Jahrestag der Lagerbefreiungen finden Sie ausführliche Informationen auf unseren Websites www.buchenwald.de, www.dora.de und www.museumzwangsarbeit.de.

 


var _paq = window._paq = window._paq || []; /* tracker methods like "setCustomDimension" should be called before "trackPageView" */ _paq.push(['trackPageView']); _paq.push(['enableLinkTracking']); (function() { var u="https://matomo.buchenwald.de/"; _paq.push(['setTrackerUrl', u+'matomo.php']); _paq.push(['setSiteId', '1']); var d=document, g=d.createElement('script'), s=d.getElementsByTagName('script')[0]; g.async=true; g.src=u+'matomo.js'; s.parentNode.insertBefore(g,s); })();