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Möglichkeiten von Widerstand 2/2

27.08.2026, 18:30‒20:00 Uhr

Gespräch

Museum Zwangsarbeit, Boris-Romantschenko-Saal

#12 FORUM „In Gesellschaft.“ – mit Thomas Altmeyer, Nadine Jessen & Tatiana Liani

©Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Foto: Henry Sowinski

Das FORUM „In Gesellschaft.“ widmet sich 2026 in zwei Ausgaben den Möglichkeiten von Widerstand im Kontext der NS-Zwangsarbeit und des Zweiten Weltkriegs.

„Widerstand“ – kaum ein Begriff ist erinnerungspolitisch wie inhaltlich so vieldeutig und umstritten. Taugt er doch zur Meistererzählung genauso wie zur persönlichen Legendenbildung. Über Widerstand zu sprechen kann opportun sein, manchmal unbequem, zuweilen unpassend, oft missverständlich. Zugleich eröffnet die Auseinandersetzung mit Widerstand wichtige Fragen: Wer leistete unter den Bedingungen nationalsozialistischer Gewalt Widerstand – und in welcher Form? Welche Geschichten sind heute bekannt, welche bleiben unsichtbar? Und wer erinnert sich eigentlich an wen?

In unserem FORUM am 27. August 2026in Kooperation mit dem Kunstfest Weimarschauen wir auf Orte der NS-Verfolgung und Zwangsarbeit, die nicht nur die Möglichkeiten von Widerstand neu zur Diskussion stellen, sondern auch nach neuen gegenwärtigen Erzählweisen suchen. Welche Mittel braucht es, um Spuren sichtbar zu machen und historische Reflexion zu fördern? Welche Deutungen bieten uns Kunst, Theater und Gedenkstätten an?

Im Gespräch begegnen einander Thomas Altmeyer (Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 & Geschichtsort Adlerwerke, Frankfurt/Main), Nadine Jessen (Kampnagel, Hamburg) und Tatiana Liani (Aristoteles Universität von Thessaloniki), moderiert von Nora Hespers.

Mehr zu unseren Gäst:innen am 27. August 2026:

Thomas Altmeyer ist seit 2005 Wissenschaftlicher Leiter des Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945. 2021-2022 kuratierte er die neue Dauerausstellung für den „Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ und leitet seitdem diese Gedenk- und Bildungsstätte, die schwerpunktmäßig zum KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt arbeitet.
Der Historiker hat langjährige Erfahrungen als freier Referent in der Jugend- und Erwachsenenbildung, ist seit 2009 Lehrbeauftragter am Seminar für Didaktik der Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und seit 2011 Mitglied des Sprecher:innenrates der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen in Hessen (LAG Hessen).

Nadine Jessen ist Dramaturgin und Kuratorin und gehört seit der Spielzeit 2007/08 mit dem Beginn der Intendanz von Amelie Deuflhard zum künstlerischen Team auf Kampnagel in Hamburg.
Kampnagel ist das größte Produktionshaus für zeitgenössische Performance, Tanz und Theater in Europa. Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kampnagel-Fabrik, die im Nationalsozialismus zum Rüstungsbetrieb umgebaut wurde, mehr als 1.000 Zwangsarbeiter:innen einsetzte und diese in sechs eigenen Lagern in Hamburg unterbrachte. In betrieblichen Untergrundgruppen organisierte sich Widerstand und es wurden Sabotageakte verübt. Seit 2022 nimmt sich das Kunstzentrum nun dieser Geschichte an: unter der Leitung von Nadine Jessen wurde u.a. ein Augmented-Reality-Rundgang entwickelt, der als App verfügbar ist.

Tatiana Liani ist Literaturwissenschaftlerin und Dozentin an der Aristoteles Universität von Thessaloniki und der Universität Westmakedoniens. In ihren Forschungen und Publikationen beschäftigt sie sich mit der deutschen Kultur und deren Rezeption in Griechenland, mit dem kulturellen Bild des Juden im Theater, mit (Frauen-)Autobiografien und Erinnerungsforschung sowie der Übersetzungsgeschichte und -praxis. Zudem hat sie zahlreiche deutsche Bücher und Theaterstücke (Schnitzler, Lessing, Zweig, Rilke, Kokoschka, Erpenbeck, Brecht) ins Griechische übersetzt und herausgegeben.
Seit 2024 begleitet Tatiana Liani als wissenschaftliche Assistentin sowie Bildungsreferentin das Theaterstück „96%“, das sich mit dem Holocaust an den Jüdinnen:Juden Thessalonikis und deren Enteignung während der NS-Besatzung in Griechenland auseinandersetzt. „96%“ wird als Gastspiel beim diesjährigen Kunstfest Weimar zu sehen sein, der Regisseur des Stücks, Prodromos Tsinikoris, zählt zu den Preisträgern der Goethe-Medaille 2026.

 

Nora Hespers ist (Sport-)Journalistin, Podcasterin und Autorin. Sie arbeitet unter anderem für WDR, ARD und Deutschlandfunk Nova. Mit ihrem Blog und der Podcastserie Die Anachronistin erzählt sie seit 2014 die Geschichte ihres Großvaters, dem katholischen NS-Widerstandskämpfer Theo Hespers. 2021 veröffentlichte sie das Buch Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich.

Die Veranstaltung wird gefilmt und steht zukünftig innerhalb der Videoreihe „In Gesellschaft.“ in unserer Mediathek zur Verfügung.

EINTRITT FREI


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