Gedenktafel am Weimarer Güterbahnhof. Foto: Sandra Starke. Gedenkstätte Buchenwald

Güterbahnhof

Nach Kriegsbeginn im September 1939 kamen die meisten für das KZ Buchenwald bestimmten Häftlingstransporte auf dem Güterbahnhof an. Die Deportierten, die aus dem ganzen besetzten Europa stammten, mussten die letzten acht Kilometer bis zum KZ meist zu Fuß über die Ettersburger Straße zurücklegen. Etwa zwei Kilometer hinter dem Ortsschild Weimar zweigt die 1939 von Häftlingen ausgebaute Zufahrtsstraße zum Lager, die sogenannte Blutstraße, ab. Nach dem Bau der Buchenwald-Bahn im Frühjahr 1943 erhielt das KZ einen eigenen Bahnhof; die Züge mussten jedoch weiter in Weimar umrangiert werden.

Anfang Mai 1942 diente die Halle neben dem Güterbahnhof, die 1937 für Viehauktionen gebaut worden war, als Sammelort für Thüringer Juden vor ihrer Deportation. Nach stundenlangem Warten führte der Transport über Leipzig in das Ghetto Belzyce bei Lublin/Ostpolen. Von dort aus wurden die meisten der etwa 1000 Deportierten aus Thüringen und Sachsen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek verschleppt und in Gaskammern erstickt.

An diese Ereignisse erinnert seit 2007 eine Gedenktafel an der Ettersburger Straße.