Häftlingslager

Im Zentrum des Häftlingslagers befand sich der Appellplatz. Um ihn herum gruppierten sich Funktionsgebäude wie die Küche oder das Lagergefängnis. Dahinter, überwiegend am Hang und im Wald gelegen, befanden sich über 50 Unterkunftsbaracken für die Häftlinge, von denen heute nur noch Fundamentreste sichtbar sind. Lediglich das Krematorium und die Feuerwache sind erhalten geblieben.

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Lagertor

Im Unterschied zu anderen Konzentrationslagern hatte das improvisiert eingerichtete Lager Dora kein massives Torgebäude. Den Übergang vom SS-Bereich in das Häftlingslager markierte ein Holzgatter, das zwischen zwei langgezogenen Holzbaracken lag. In diesen befanden sich die Diensträume der Lager-Gestapo und der SS-Lagerleitung. Seit den 1970er Jahren zeigen Betonpfeiler den früheren Standort des Lagertors.

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Appellplatz

Ort der Zählappelle an jedem Morgen und Abend. Hier wurden auch Prügelstrafen vollzogen. An einem Galgen wurden Massenerhängungen vorgenommen. 1974 gestalteten lokale DDR-Behörden den Appellplatz zum "Denkmal der Nationen" mit Betonpostament, Bogenmauer, Flammenschale und den Platz begrenzenden "Steinen der Nationen".

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Lagergefängnis

1944 errichtet, diente der "Bunker" der Gestapo und der SS dazu, Häftlinge zu foltern und zu ermorden. 1952 ließen DDR-Behörden das massive Steingebäude bis auf die Grundmauern abtragen. Seit 2011 werden die baulichen Reste durch Betonaufsätze geschützt. Eine Wand aus Stampfbeton zeichnet die ehemalige Mauer des Gefängnishofes nach.

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Hinrichtungsstätte

Im ummauerten Gefängnishof befand sich, vom Lager aus nicht einsehbar, in einer Vertiefung eine Hinrichtungsstätte mit einem Galgen. Hier ermordete die SS heimlich Häftlinge, die Widerstand geleistet hatten. Seit 2011 zeichnen Betonwände die 1952 weitgehend zerstörten Mauern nach.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Lagerküche

In der Lagerküche wurden die völlig unzureichenden Mahlzeiten für die Häftlinge zubereitet. Unterernährung war die häufigste Todesursache. Neben der Lagerküche befanden sich weitere Wirtschaftsgebäude. Die Unterkunftsbaracken der Häftlinge lagen im umliegenden bewaldeten Bereich.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Effektenkammer

Das Gebäude diente als Häftlingsbekleidungskammer und Aufbewahrungsort für die beweglichen Habe der Häftlinge. Neuzugänge ließen in diesem Haus alles zurück, was sie bei sich trugen, und erhielten Einheitskleidung, Nummer und Winkelkennzeichen aus Stoff.

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Kinobaracke

Die für ihren ursprünglichen Zweck kaum genutzte Kinobaracke diente in den letzten Monaten als provisorische Unterkunft für Häftlingstransporte aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Groß-Rosen. Viele Menschen starben hier.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Lagerzaun

Ein undurchdringliches Sicherheitssystem aus Lagerzaun und Wachttürmen umschloss das Häftlingslager. Heute ist die ehemalige Schneise im Wald noch gut zu erkennen.

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Krematorium

Seit Herbst 1944 in Betrieb, etwa 5000 Leichen wurden hier verbrannt. Ihre Asche ließ die SS am Hang hinter dem Krematorium abkippen. Der Verbrennungsraum mit den Öfen der Berliner Firma Kori ist weitgehend erhalten. Andere Räume wurden Mitte der 1960er Jahre durch den Einbau einer Ausstellung zur Lagergeschichte in ihrer Struktur stark verändert. Die Entfernung der Ausstellung im Jahr 1993 machte es möglich, noch erhaltene Häftlingszeichnungen an den Wänden wieder freizulegen.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Aschegrab

Seit Herbst 1944 in Betrieb, etwa 5000 Leichen wurden hier verbrannt. Ihre Asche ließ die SS am Hang hinter dem Krematorium abkippen.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Steinbruch

Hier erschoss ein SS-Kommando im Dezember 1943 sieben "italienische Militärinternierte" in Anwesenheit von weiteren 50 italienischen KZ-Häftlingen.

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Rekonstruierte Holzbaracke

Stammt aus einem ehemaligen Zwangsarbeiterlager in Nordhausen, ist aber baugleich mit den KZ-Baracken. Sie dient heute als Ausstellungs- und Seminarraum.

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Foto: Andreas Froese-Karow

Feuerwache

Das originale Gebäude wurde grundlegend restauriert, saniert und mit einem neuen Vorbau versehen. Heute ist es ein Präsentationsort für Sonderausstellungen.

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Foto: Sebastian Grimm

Gesamtansicht

Das Gelände des ehemaligen Häftlingslagers von oben.