Kontakte

Stiftung Gedenkstätten Buchenwald
und Mittelbau-Dora

99427 Weimar
Deutschland
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Fax: +49 (0)3643 430 100
sekretariat(at)buchenwald(dot)de

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Kohnsteinweg 20
99734 Nordhausen
Deutschland
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Gedenkstätte Buchenwald
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70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Foto: Steffen Beigang

Trägerschaft und Aufgaben

In der Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora wird die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora hälftig vom Freistaat Thüringen und vom Bund finanziert. Zweck der Stiftung ist es laut Stiftungsgesetz aus dem Jahr 2003, "die Gedenkstätten als Orte der Trauer und der Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen zu bewahren, wissenschaftlich begründet zu gestalten und sie in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie die Erforschung und Vermittlung damit verbundener historischer Vorgänge zu fördern".

Anhand der ständigen Ausstellung zur Lagergeschichte und wechselnder Sonderausstellungen sowie eines umfangreichen Informationsangebotes können sich die Besucher der Gedenkstätte auf vielfältige Weise mit der Geschichte des KZ Mittelbau-Dora auseinandersetzen. Im ehemaligen Lagergelände weisen Informationstafeln auf bauliche Relikte und deren Geschichte hin. Umfangreiche pädagogische Bildungsangebote reichen von Gruppenführungen bis zu mehrtägigen Projekten und Seminaren.

Inhaltlich wird die Arbeit von universitärer und eigener anwendungsbezogener Forschung getragen. Ziel der inhaltlichen Arbeit ist die kritische Auseinandersetzung mit den in Mittelbau-Dora begangenen Verbrechen, die - nicht zuletzt wegen des dichten Außenlagernetzes - in aller Öffentlichkeit stattfanden. Dazu zählen vor allem die Fragen nach der Einbindung der Lager in ihr gesellschaftliches Umfeld und nach der Motivationsstruktur von Täter- und Mittäterschaft sowie das kritische Hinterfragen von Rechtfertigungsmustern aus der Nachkriegszeit.

Die im Rahmen von Führungen zugänglichen Teile der Stollenanlage, in der die KZ-Insassen eingesperrt waren und arbeiten mussten, lassen bei den Besuchern der Gedenkstätte eine Ahnung von dem entstehen, was die Zwangsarbeit im Stollen bedeutete. Sie weisen zugleich auf ein weiteres Spezifikum Mittelbau-Doras hin: Der Ausbau des unterirdischen "Mittelwerkes" war das erste Projekt der Nationalsozialisten in dem aberwitzigen Versuch, die gesamte deutsche Rüstungsindustrie unter die Erde zu verlagern. Für alle anderen Untertage­vorhaben des letzten Kriegsjahres diente das Mittelwerk als Referenzobjekt. Schließlich wirft die Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in der Produktion von Raketen­waffen, die als "Vergeltungswaffen" in England und Belgien erheblichen Schaden anrichteten und Tausende von Toten forderten, die Frage nach der Verantwortung der beteiligten Ingenieure und Techniker auf. Die Geschichte Mittelbau-Doras zeigt, welche Folgen scheinbar nur sachorientiertes, vordergründig unpolitisches Verhalten von Wissenschaftlern und Technikern haben kann.