image

Elie Wiesel in einem Seminar mit Studierenden an der Boston University, 1982

Foto: Sammlung Boston University

image

Elie Wiesel während einer Vorlesung in Boston, 1990

Foto: Sammlung Boston University

image

Elie Wiesel im Gespräch mit Nelson Mandela, 1990

Foto: Sammlung Boston University

Biographie von Elie Wiesel

Elie Wiesel wurde am 30. September 1928 in Sighet (Siebenbürgen/heute Rumänien) geboren und wuchs in einer chassidischen und somit jüdisch-orthodoxen Familie auf.

Erst richteten deutsche Besatzer im Frühjahr 1944 in Sighet ein Ghetto ein, dann wurde die Familie Wiesel nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Mutter und die jüngere Schwester wurden in den Gaskammern ermordet. Ende Januar 1945 gelangte Elie Wiesel mit seinem Vater auf einem Evakuierungstransport in das KZ Buchenwald und wurde im "Kleinen Lager" untergebracht. Hier starb sein Vater kurz nach der Ankunft. In Baracke 66, ein Asyl für Kinder und Jugendliche, das politische Häftlinge 1945 erwirkten, wurde Elie Wiesel am 11. April 1945 befreit.

Der sechzehnjährige Elie Wiesel ging mit dem Kinderhilfswerk nach Paris, dort traf er seine beiden älteren Schwestern wieder, die auch überleben konnten. Später studierte er Philosophie, französische Literatur und Psychologie an der Sorbonne. Als Journalist für israelische Zeitungen unternahm er Reisen, arbeitete auch als Berichterstatter für die UNO und lernte somit einflussreiche Intellektuelle und Politiker kennen. Mitte der fünfziger Jahre gelang es ihm, seine Erfahrungen der Verfolgung und der Konzentrationslager erstmals in Worte zu fassen: 1956 erschien die jiddisch geschriebene Zeugenaussage "Un di Welt hot geschwign" (Und die Welt hat geschwiegen), die in gekürzter Form 1958 als "Nacht" seinen Ruhm als Schriftsteller begründete und in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Seit 1956 lebte Elie Wiesel in den USA und schrieb vor allem in französischer Sprache Romane, Dramen, theologische und politische Essays zur Erinnerungen an die Opfer der Shoah. Er ist Autor von mehr als 40 Büchern.

1963 wurde Wiesel amerikanischer Staatsbürger. Zeitlebens unterstützt und befürwortet er den Staat Israel. Seit 1972 lehrt er an verschiedenen amerikanischen Hochschulen jüdische Studien und verschiedene Geisteswissenschaften.

Als Vorsitzender des U.S. Holocaust Memorial Council in der Zeit von 1980 bis 1986 hat Elie Wiesel entscheidend dazu beigetragen, die amerikanische Gesellschaft zur Auseinandersetzung mit der Shoah zu bewegen.

Für sein Lebenswerk und sein Engagement, sich für Menschenrechte und Frieden einzusetzen, erhielt Elie Wiesel 1986 den Friedensnobelpreis.