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Krankenpapiere

der am 02.07.1943 aus dem KZ Ravensbrück ins KZ Buchenwald überstellten weiblichen Häftlinge, die zur Arbeit im Lagerbordell gezwungen wurden.

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Bordell

Aufenthaltsraum für die zur Prostitution gezwungenen Frauen im Bordell des Konzentrationslagers Buchenwald.

Lagerbordelle - Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Eine Wanderausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Die Ausstellung beleuchtet ein lange Zeit tabuisiertes Thema: die erzwungene Prostitution weiblicher KZ-Häftlinge.

Seit 1942 wurden auf Weisung des Reichsführers-SS Heinrich Himmler in zehn Konzentrationslagern Bordelle eingerichtet. Die von der SS so genannten „Sonderbauten“ waren ein absurder Versuch, im Rahmen eines Prämiensystems die Arbeitsproduktivität der Häftlinge in der Rüstungsindustrie zu steigern. Mehr als 200 weibliche Häftlinge mussten bis 1945 in den Lagerbordellen Sex-Zwangsarbeit leisten. Über zwei Drittel von ihnen waren Deutsche, andere kamen aus Polen, der Ukraine, Weißrussland und den Niederlanden. 16 weibliche Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück im Alter zwischen 20 und 40 Jahren brachte die SS am 16. Juli 1943 als Zwangsprostituierte in den „Sonderbau“ des KZ Buchenwald.

Die Ausstellung zeigt die Perspektive der betroffenen Frauen und beleuchtet gleichzeitig die Organisation und Funktion der Lagerbordelle aus Sicht der SS.

Die Ausstellung wurde vom 27. August bis 28. November 2010 in der Gedenkstätte Buchenwald im ehemaligen Kammergebäude, 2. OG (Foyer der Fotoausstellung „Schwarz auf Weiß“), gezeigt.