Dwight D. Eisenhower (Mitte) vor einem von der SS errichteten Rost aus Eisenbahnschienen, auf denen die Leichname verstorbener Häftlinge aus den Massengräbern verbrannt wurden, 12. April 1945. Foto: Moore, U.S. Signal Corps. National Archives Washington

Am 4. April 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Army das weitgehend geräumte Lager und fanden die zahllosen Toten. Meyer Levin, einer der ersten Soldaten in Ohrdruf, schreibt in seinen Erinnerungen:

"Wir hatten es gewusst. Die Welt hatte Gerüchte darüber gehört. Aber noch keiner von uns hatte es gesehen. Noch heute früh hatten wir uns diesen Anblick nicht vorstellen können. Und jetzt waren wir ins Zentrum, ins wimmelnde Innere des schwarzen, fürchterlichen Herzens vorgedrungen. [...] Jetzt wussten wir Bescheid. Diese erste Erfahrung nahm alle folgenden vorweg. Bergen-Belsen, Dachau – wir wurden Spezialisten."

Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, besichtigte am 12. April 1945 das Lager. Er schreibt:

"Ich bin niemals im Stande gewesen, die Gefühle zu schildern, die mich überkamen, als ich zum ersten Mal ein so unbestreitbares Zeugnis für die Unmenschlichkeit der Nazis und dafür vor Augen hatte, dass sie sich über die primitivsten Gebote der Menschlichkeit in skrupelloser Weise hinwegsetzten. Bisher hatte ich nur gewusst, dass es Lager dieser Art gab, alles andere kannte ich nur von Hörensagen. Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick."

Der Truppenübungsplatz wurde im Juli 1945 durch die sowjetische Armee übernommen, das Nordlager dem Erdboden gleichgemacht. Zwei Gedenksteine aus dieser Zeit erinnern an die Toten. 1993 wurde das Gelände durch die Bundeswehr übernommen.