Blick in eines der durch die SS wieder geöffneten Massengräber, 10. April 1945. Foto: U.S. Signal Corps. National Archives Washington

Die, die nicht mehr arbeiten konnten, schob die SS in Sterbelager ab: 4.300 Kranke wurden als „Arbeitsunfähige“ nach Bergen-Belsen oder in das Kleine Lager nach Buchenwald transportiert. So muss man heute davon ausgehen, dass in der kurzen Zeit vom 20. November 1944 bis zum 5. April 1945 weit mehr als 7.000 Menschen durch das Außenlager Ohrdruf ihr Leben verloren haben. Mit dem Heranrücken der amerikanischen Truppen wollte die SS die zu diesem Zeitpunkt noch über 13.000 Häftlinge nach Buchenwald evakuieren. Die Todesmärsche durch die Dörfer Thüringens begannen am 1. April 1945; auf ihnen brachten die SS, der Volkssturm und Jugendliche der HJ noch einmal weit über 1.000 Menschen um. Massengräber, die die SS hatte anlegen lassen, ließ sie wieder öffnen und versuchte, die verwesenden Leichen unter freiem Himmel zu verbrennen. Unter den Häftlingen des Nordlagers, die für marschunfähig gehalten wurden, richtete sie ein Massaker an: Die erschöpften Menschen wurden unter dem Vorwand einer Essensausgabe auf den Appellplatz gebracht, dort schoss die SS sie nieder und ließ sie liegen.

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