Blick in eine Baracke des Außenlagers Ohrdruf, in der aufgestapelte Leichen verstorbener Häftlinge liegen, 10. April 1945. Foto: U.S. Signal Corps. National Archives Washington

Bereits Ende 1944 waren mehr als 10.000 Häftlinge in den Lagern, insgesamt bis Ende März 1945 an die 20.000 Häftlinge: Hauptsächlich Russen, Polen und ungarische Juden, auch Franzosen, Tschechen, Italiener, Belgier, Griechen, Jugoslawen und Deutsche. Ein Überlebender berichtet, in den Baracken habe es keine Betten, sondern auf dem Boden nur "blutiges Stroh und Läuse" gegeben. Und obwohl Winter war, wurden nicht alle Häftlinge in Baracken untergebracht: Es gab Strohlager in ehemaligen Pferdeställen, Zelten und alten Bunkerbauten. Die Arbeitsschichten waren auf die völlige Entkräftung der Menschen ausgelegt: Den anfangs 10 bis 11, später bis zu 14 Stunden harter körperlicher Arbeit beim Straßen- und Gleis bzw. unterirdischen Stollenbau standen stundenlange Märsche und Appelle, das Fehlen minimalster Standards sanitärer Einrichtungen und medizinischer Betreuung, unzureichende Verpflegung und mangelhafte Bekleidung gegenüber. Die SS, Anfang Januar 1945 mit Wachmannschaften aus Auschwitz verstärkt, trieb dennoch den Ausbau der Stollen mit brutaler Grausamkeit voran. Noch im Lager starben mehr als 3.000 Menschen an Erschöpfung oder wurden ermordet.

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