Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Foto: NIELS P. JØRGENSEN

Prof. Dr. Sybille Steinbacher

als neue Vorsitzende des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora berufen

In der heutigen Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora wurde Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher als neue Vorsitzende des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung berufen. Zugleich würdigte der Stiftungsrat die Verdienste von Prof. Dr. Norbert Frei, der das Amt seit 1999 ausgeübt hatte.

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Wagner führte aus: "Norbert Frei hat die Arbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora als Vorsitzender ihres wissenschaftlichen Kuratoriums und einer der renommiertesten deutschen Zeithistoriker in den vergangenen gut 20 Jahren maßgeblich mitgeprägt. Vor allem bei der Erarbeitung der neuen Dauerausstellungen in Mittelbau-Dora und Buchenwald sowie zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit hat die Stiftung in hohem Maße von seinem umfangreichen Wissen profitiert. Die Stiftung ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Zugleich freuen wir uns, dass sich mit Sybille Steinbacher eine außerordentlich kompetente Expertin zur NS-Geschichte bereit erklärt hat, nun den Vorsitz des Kuratoriums zu übernehmen."

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, betonte: „Prof. Frei prägte durch seine exzellente wissenschaftliche Expertise verlässlich die Tätigkeit des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Gedenkstätten und trug auch als Mitglied des Stiftungsrates zur hohen Qualität der Arbeit der Gedenkstätten bei. Mit Frau Prof. Steinbacher steht erstmals eine Wissenschaftlerin dem Wissenschaftlichen Kuratorium vor. Ihre herausragende Qualifikation und ihr bisheriges Wirken gewährleisten die Fortführung der Arbeit des Kuratoriums und im Stiftungsrat auf hohem Niveau."

Das international besetzte Wissenschaftliche Kuratorium berät den Stiftungsrat und den Stiftungsdirektor in historiographischer, pädagogischer, museologischer und geschichtskultureller Perspektive. Bereits 2020 wählte es Frau Sybille Steinbacher zu seiner künftigen Vorsitzenden. Der Stiftungsrat bestätigte heute ihre Berufung. Sie ist Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Professorin für die Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 

Zur Vita von Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher

1986 - Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Politischen Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München

1992 - Magistra Artium an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Magisterarbeit: Dachau. Die Stadt und das Konzentrationslager in der NS-Zeit. Die Untersuchung einer Nachbarschaft, 2. Auflage, Frankfurt a.M. u.a. 1994)

1998 - Promotion an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (Dissertation: „Musterstadt“ Auschwitz. Germanisierungspolitik und Judenmord in Ostoberschlesien, München 2000)

2010 - Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Venia legendi in Neuerer und Neuester Geschichte. (Habilitationsschrift: Wie der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik, München 2011)

2010 - Universitätsprofessorin für Zeitgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung)

2017 - Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main