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Kulturstaatsministerin Claudia Roth in der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: Katharina Brand, SGBUMD.

"Fundamente für die heutige Demokratie"

Zum Besuch von Kulturstaatsministerin Claudia Roth in der Gedenkstätte Buchenwald

Anlässlich des heutigen Besuches von Frau Claudia Roth in der Gedenkstätte Buchenwald führte Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Kulturminister des Freistaats Thüringen und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, der sie begleitete, aus: „Der Besuch der Kulturstaatsministerin Claudia Roth gleich zu Beginn ihrer Amtszeit in der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora unterstreicht die Bedeutung der Erinnerungskultur in unserem Land. Sie macht damit auf den gesellschaftlichen Diskurs aufmerksam, der insbesondere in der Pandemie durch geschichtsvergessene Verschwörungserzählungen einerseits und durch die Instrumentalisierung des Leids der Opfer des Nationalsozialismus andererseits umso intensiver geführt werden muss.“

Auch Stiftungsdirektor Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, der sich derzeit in Chile aufhält, wo er gemeinsam mit weiteren chilenischen und deutschen Expert:innen an der Konzeption für eine Gedenkstätte in der ehemaligen Colonia Dignidad arbeitet, betonte: "Dass einer der ersten offiziellen Termine der neuen Kulturstaatsministerin Claudia Roth ein Besuch der Gedenkstätte Buchenwald ist, werte ich als eine wichtige geschichtspolitische Geste. Sie macht damit deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen grundlegend für unsere demokratische Gesellschaftsordnung ist. Dieses Statement ist umso wichtiger, als die Erinnerungskultur von extrem Rechten innerhalb und außerhalb der Parlamente immer schärfer angegriffen wird. Auch die Hassmails, die uns in den letzten Wochen erreicht haben und in denen die Corona-Schutzmaßnahmen mit den NS-Verbrechen gleichgesetzt wurden, sind Angriffe auf die Gedenkstättenarbeit. Der Besuch der Kulturstaatsministerin ist deshalb auch ein Zeichen der Solidarität mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Der stellvertretende Stiftungsdirektor Dr. Philipp Neumann-Thein, der die Kulturstaatsministerin durch die Gedenkstätte führte, erläuterte auf seinem Rundgang die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen für die Gegenwart: „Die Erfahrungen von Menschen aus dem  KZ Buchenwald gehören zu den Fundamenten der heutigen Demokratie. Ich erinnere nur an Hermann Brill oder Stéphane Hessel, die an der Erarbeitung des Grundgesetzes beziehungsweise der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beteiligt waren. Bereits für sie war Erinnerung kein Selbstzweck. Sie dient vielmehr der Orientierung in der Gegenwart für eine bessere Zukunft. Es ist richtig und wichtig, diese Fundamente und damit die demokratische Kultur heute zu stärken.“