Internationale Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald, Foto: Claus Bach

Sprache, Hass und Terrorismus — das Internet als Aktions- und Radikalisierungsplattform der extremen Rechten

Fachtagung vom 16. bis 17. November 2020 in der Gedenkstätte Buchenwald

Für Praktikerinnen & Praktiker aus den Bereichen Justiz, Polizei, Schule & Jugendhilfe

Als der Attentäter von Halle am 9. Oktober 2019 versuchte, die Synagoge der Saale-Stadt zu stürmen, um dort ein Massaker an den anwesenden Gläubigen anzurichten, trug er eine Kamera auf dem Helm, um seine Tat live ins Internet zu streamen. Kurz zuvor hatte er bereits sein Bekennerschreiben auf einem sogenannten Imageboard veröffentlicht. Der Attentäter nahm sich andere rechtsterroristische Anschläge wie in Christchurch als Vorbild. Die Szene ist international vernetzt.

Das Internet ist damit nicht nur Inszenierungsplattform dieser Form rechtsterroristischer Anschläge, die Foren und Messenger bilden ein regelrechtes Ökosystem, in dem sich Täter*innen über Jahre mit Gleichgesinnten austauschen und sich weiter radikalisieren. Sie treffen dort auf ungefilterte extrem rechte Propaganda, die online nahezu ohne Einschränkungen zirkuliert.

Rechte Parteien, Organisationen und Gruppen haben das „Weltnetz“ in den letzten Jahren zu einem ihrer Hauptaktionsfelder gemacht. Ganze Troll-Armeen führen hier ihren „Infokrieg“ gegen alle, die sie als politische Gegner*innen identifiziert haben. Menschen werden beleidigt und bedroht, die digitale Welt greift längst in die Lebensrealität über.

Die Tagung wird sich eben mit jenen Tendenzen beschäftigen und stellt neben einer Analyse extrem rechter Strategien auch die Frage, wie dagegen vorzugehen ist. Dabei soll es sowohl darum gehen, wie man Menschen unterstützt, die von Hatespeech betroffen sind, als auch darum, welche Handlungsmöglichkeiten Behörden haben.

Das ausführliche Tagungsprogramm finden sie hier; das Anmeldeformular finden Sie unter diesem Link.

Eine Fachtagung des Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz Thüringen
in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, MOBIT e.V. und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“