Ausschnitt aus dem Ausstellungsplakat. Bild: Klaus Steinke, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Jedes Wort zählt – Eine Kunstausstellung zum Lüneburger Auschwitz-Prozess 2015

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 5. April 2018 um 19.00 Uhr, in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, ehemalige Feuerwache.

Die Kunstausstellung „Jedes Wort zählt“ setzt sich mit der jüngsten juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik auseinander. Aufhänger ist der Lüneburger Auschwitz-Prozess 2015 gegen Oskar Gröning,  in dem auch die Auschwitz- und Buchenwald-Überlebende Eva Pusztai-Fahidi als Nebenklägerin auftrat. Der Künstler Klaus Steinke fertigte in akribischer Kleinarbeit handschriftliche Abschriften der Zeugenaussagen von Auschwitz-Überlebenden und ihren Nachkommen an, die im Prozess gegen den Angeklagten ausgesagt hatten. Künstlerisch verfremdete Fotos aus dem sogenannten Auschwitz-Album ergänzen diese eindrucksvollen Exponate.

Oskar Gröning war als SS-Mitglied in Auschwitz tätig. Er arbeitete in der Häftlingsgeldverwaltung und tat während Selektionen Dienst an der Rampe. Seine Aufgabe war es das zurückgelassene Gepäck zu bewachen und das Geld der deportierten Juden einzusammeln, zu zählen und an die zuständigen Stellen in Berlin abzuführen. 2015 wurde er in Lüneburg der Beihilfe zum Mord in mehr als 300.000 Fällen schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt. Er verstarb im März 2018 bevor er die Haft antreten musste.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 5. April 2017 um 19.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, ehemalige Feuerwache eröffnet. Sie ist bis zum 31. Oktober 2018 von Dienstag bis Sonntag (10.00 bis 18.00 Uhr) in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellungseröffnung wird gefördert durch „Denk Bunt“, das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.