Alfred Salomon bei der Einweihung der neuen Synagoge in Bochum, 2007
(Stadt Bochum, Bildarchiv)

Radrennen unter falschem Namen

Bereits mit sechs Jahren trat Alfred Salomon (1919-2013) in seiner Heimatstadt Bochum in den Radrennverein Westfalia 1895 ein. Er stammte aus einer jüdischen Familie und wurde ein begeisterter Radfahrer. Sein Onkel Moritz Lindau hatte maßgeblichen Anteil am Bau der Bochumer Radrennbahn. In der Gastwirtschaft seiner Eltern fanden viele lokale Sportvereine ein zu Hause.

Mit Freunden nahm er an Radrennen teil – auf der Straße und der Bahn. Als Preise erhielten sie Pokale oder Schlauchreifen. Ab 1933 schlossen viele Vereine ihre jüdischen Mitglieder aus. Alfred Salomons Vereinsfreunde standen jedoch zu ihm. Damit er weiter Rennen fahren konnte, startete er nun unter falschem Namen. Ab 1935 war dies jedoch nicht mehr möglich.

Beim Novemberpogrom 1938 entging der gelernte Fleischer nur knapp seiner Verhaftung. Er floh nach Berlin, wo er bei Freunden unterkam und als angelernter Elektriker arbeitete. Mit seiner Frau wurde er 1943 nach Auschwitz deportiert. Er kam in das Lager Auschwitz-Monowitz, seine Frau ermordete die SS nach der Ankunft. Mit der Räumung des Lagers wurde Alfred Salomon im Januar 1945 in das KZ Buchenwald verschleppt. Von dort schickte die SS ihn in das Außenlager Langenstein-Zwieberge. Nach der Befreiung kehrte er nach Bochum zurück. Er baute sich ein neues Leben auf und engagierte sich wieder für den örtlichen Radsport.