José Fosty

1919 (Dalhem, Belgien) - 2015 (Oupeye, Belgien)

Maler

"Im Angesicht aller Dokumente soll die Jugend begreifen, daß die Häftlinge, mit Schlamm oder Müll bedeckt, halbtot geschlagen, verwundet oder gefoltert, ihre Würde bewahren konnten. Allein der Henker war ohne Ehre."



José Fosty wird am 31. August 1919 in Dalhem (Belgien) geboren. Er studiert Malerei und Schöne Künste in Saint-Luc bei Liège.
Nach der deutschen Besetzung wird er wegen seines Engagements im belgischen Widerstand verhaftet und im März 1943 als "politischer Belgier" nach Buchenwald verschleppt. Durch den Tausch von pornographischen Zeichnungen gegen Brot und Suppe kann er überleben. José Fosty lernt den französischen Bühnenbildner Paul Goyard im Lager kennen, eine Freundschaft entsteht. 1944/45 fertigen sie zahlreiche Skizzen an, die den Alltag der Häftlinge und das Lager beschreiben.

Nach der Befreiung geht er mit Paul Goyard zunächst nach Paris, es entstehen gemeinsame Bühnenbilder und auch ein "Buchenwald-Diorama". 1947 kehrt er nach Belgien zurück und studiert Bildende Kunst an der Académie Saint-Luc bei Liège. 1950 Heirat und Gründung einer Familie. Den Lebensunterhalt verdient er sich als Miniaturmaler für Spielzeug, seit den sechziger Jahren als Nachtsortierer bei der Post. Zugleich arbeitet er weiter künstlerisch als Maler und Kupferstecher. Nach dem Tod seines Freundes Paul Goyard 1980 betreut er dessen nachgelassene Skizzen und Werke aus der Lagerzeit. Aus den gemeinsamen Ideenprojekten entsteht 1985 der Radierzyklus "Les dimanches à Buchenwald". José Fosty lebte mit seiner Frau in Visé (Belgien). Er stirbt am 25. Mai 2015 in Oupeye.