Jean Burgers

1917 (Schaerbeek, Belgien) - 1944 (KZ Buchenwald)

Ingenieur

"Die Rettung des Menschen wird nicht aus dem Geist militärischen Gehorsams erwachsen."



Jean Burgers wird am 6. Juli 1917 im belgischen Schaerbeek geboren. Nach dem Athenäum Saint-Gilles in Brüssel beginnt er 1935 ein polytechnisches Studium (Mechanik und Elektrokunde) an der Université Libre des Bruxelles. Während seines Studiums engagiert er sich für die demokratische Gestaltung der Lehre an der Universität. Er wird Chefredakteur der Monatszeitschrift "Cahiers du Libre-Examen" und leitet die Herausgabe der Wochenzeitung "Jeudi"; beide Journale dienen der politischen und kulturellen Selbstverständigung an der Freien Universität Brüssel. Im Juli 1940 heiratet er die Mathematikerin Hélène Léva.

Nach dem Examen arbeitet Jean Burgers 1940 als Ingenieur in einer großen belgischen Stromversorgungsfirma. Beim Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 gründet er mit Freunden eine vierköpfige Widerstandsorganisation, die mit gezielten Sabotage-Aktionen den Feind schwächen will. 1943 wird Jean Burgers Kommandeur der "Gruppe G". Diese landesweite, militärisch organisierte Widerstandsgruppe von Ingenieuren und Technikern sabotiert die deutsche Wirtschafts- und Rüstungspolitik mit koordinierten punktuellen Zerstörungen der Infrastruktur des Landes. Ein konzertierter Sabotageanschlag auf alle Hauptversorgungsstränge des Stromnetzes in der Nacht vom 15. zum 16. Januar 1944 führt zum Beispiel zum Ausfall von insgesamt 10 Millionen Arbeitsstunden.
Am 17. März 1944 wird Jean Burgers mit anderen Widerstandskämpfern von der Gestapo verhaftet.

Nach der Haft in Saint-Gilles und Breendonck kommt er am 8. Mai 1944 ins KZ Buchenwald. Jean Burgers wird von der SS am 5. September 1944 im Keller des Krematoriums erhängt.