In Gesellschaft.

Forum Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus - Open-Air Veranstaltung am 30. September 2021

Im ehemaligen Gauforum in Weimar entsteht das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

NS-Zwangsarbeit war ein öffentliches Verbrechen. Millionen Zwangsarbeiter:innen wurden mitten in der deutschen Gesellschaft ausgebeutet. Wie gehen wir mit dieser Geschichte um? Und was leiten wir daraus für unser Zusammenleben ab?

Das offene Pop-Up-Forum »In Gesellschaft.« am zukünftigen Museumsstandort sucht Antworten und schafft neue Denkräume.

Open-air auf dem Stéphane-Hessel-Platz in Weimar.
Moderation: Henry Bernhard (Landeskorrespondent für Thüringen beim Deutschlandfunk).
Freier Eintritt
Do. 30. September 2021, 18:30 – 20:00 Uhr:
»Zwangsarbeit als öffentliches Gesellschaftsverbrechen«
mit
Dr. Christine Glauning, Leiterin Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide;
Sharon Dodua Otoo, Autorin (Ingeborg-Bachmann-Preis 2016) und politische Aktivistin;
Michael Venus, Filmregisseur (u.a. „Schlaf“: Vorauswahl Deutscher Filmpreis 2021).

Den Südflügel des Gauforums in Weimar sollte gemäß den nationalsozialistischen Planungen der Thüringer Gauleiter Fritz Sauckel beziehen. Zusammen mit dem weithin sichtbaren Turm wäre das Gauforum das Zentrum seiner Macht geworden. Als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz war Sauckel ab 1942 für die Deportation von Millionen Zwangsarbeiter:innen ins Deutsche Reich verantwortlich. Dafür wurde er 1946 in Nürnberg zum Tod verurteilt. Das Gauforum wurde nach dem Krieg fertiggestellt und seitdem auf verschiedene Weise nachgenutzt.

2023 eröffnet in dem für Sauckel geplanten Gebäudeteil des Gauforums das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Es zeigt Zwangsarbeit als rassistisches und öffentliches Gesellschaftsverbrechen. Bereits jetzt soll sich der zukünftige Museumsstandort zu einem Treffpunkt für kritische wie anregende Diskussionen über historische und gesellschaftliche Themen entwickeln. Mitten auf dem Stéphane-Hessel-Platz lädt hierzu an ausgewählten Terminen das nach allen Seiten offene Pop-Up-Forum „In Gesellschaft.“ ein. In einem moderierten Gesprächskreis aus jeweils drei Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Perspektiven auf den Gegenstand sollen historische, gesellschaftliche und kulturelle Reflexionen mit Zuhörer:innen und Platzbesucher:innen hinterfragt und geteilt werden.

Für weitere Informationen zum entstehenden Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus empfehlen wir auch den Artikel „Deutsche und Zwangsarbeiter:innen – Rassismus als Kern einer gewaltsamen Beziehung“ von Dr. Daniel Logemann aus „2021 Reflexionen“, dem aktuellen Jahresmagazin der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.