[Translate to English:] Digitale Diskussion: „Deutscher Antisemitismus und der Nahostkonflikt“

[Translate to English:] Online-Veranstaltung via livestream am Mittwoch, 26. Mai 2021, um 20 Uhr.

[Translate to English:] Anlässlich der jüngsten antisemitischen Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten, die vor dem Hintergrund der kriegerischen israelisch-palästinensischen Auseinandersetzungen stattgefunden haben, möchten die Veranstalter in den Diskurs einsteigen und ein deutliches Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus - egal welcher Provenienz - setzen. Dabei gilt es, inhaltlich, im Sinne eines kritischen Geschichts- und Gegenwartsbewusstseins, die Spezifika des israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland auszuloten. Neben dem arabischen bzw. muslimischen Antisemitismus und Antizionismus sollen auch autochthone deutsche Erscheinungsformen der "Israelkritik" wie auch des allgemeinen Antisemitismus von rechts und links betrachtet werden.

Diskussionsteilnehmerinnen sind neben Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und dem Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, die Schriftstellerin und Journalistin Sarah Stricker und die Soziologin und Anthropologin Dr. Dani Kranz von der Ben Gurion University of the Negev Beer Sheva.

Dr. Dani Kranz studierte Kulturwissenschaften, Anthropologie, Geschichte und Judaistik in London (Middlesex und Goldsmiths College) und an der Universität zu Köln. Sie arbeitete an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen in Großbritannien, in Israel und der Bundesrepublik. Ebenso war sie für das Fritz-Bauer-Institut und an der Bergischen Universität Wuppertal tätig. 2012 war Dr. Dani Kranz als Gastdozentin an der Universität Erfurt für historische und ethnografische Fragen der Migration zuständig.

Sarah Stricker studierte in Mannheim, Charleston und Dijon Literaturwissenschaft. Sie ist als Schriftstellerin tätig und gewann bereits mehrere Literaturpreise für ihre Kurzgeschichten und ihren ersten Roman "Fünf Kopeken". Seit 2009 berichtet sie für deutsche Medien aus Israel. Sarah Stricker wohnt in Tel Aviv.

Der Beauftragte der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus, Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, erklärt vorab: "Die Angriffe auf jüdische Einrichtungen oder Symbole des Staates Israel im Bundesgebiet, darunter auch in Thüringen, sind Ausdruck eines gewalttätigen Antisemitismus. Der israelbezogene Antisemitismus nutzt den Nahostkonflikt als Projektionsfläche für Ressentiments und Straftaten gegenüber Jüdinnen und Juden. Unsere Aufgabe besteht darin, neben der Aufklärung über Antisemitismus und dessen Erscheinungsformen auch die Dokumentation und Ahndung von Antisemitismus zu verbessern. Dazu haben wir u.a. die Dokumentations- und Recherchestelle Antisemitismus eingerichtet."

Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sagt: "Bei aller berechtigten Empörung über die antisemitischen Übergriffe der letzten Wochen durch Menschen mit offenkundig muslimischem Hintergrund sollten wir nicht so tun, als sei der Antisemitismus in Deutschland ein importiertes Phänomen. Antisemitismus hat in Deutschland eine lange gewalttätige und mörderische Tradition. Nötig ist der Kampf gegen alle Erscheinungsformen des Antisemitismus, auch gegen solche, die mit Chiffren wie den "Globalisten" agieren oder sich hinter Verschwörungslegenden verstecken, die von 'Querdenken' und Co. verbreitet werden."

Sie sind herzlich eingeladen für Mittwoch, 26. Mai, 20 Uhr, den Livestream https://thueringen.de/livestream bzw. auf unserem Youtube-Kanal unter: https://www.youtube.com/thueringende die Online-Veranstaltung direkt zu sehen.

Journalistinnen und Journalisten, die ihre Fragen mündlich und vielleicht auch Nachfragen stellen wollen, schreiben uns bitte an folgende Adresse: livestream@posteo.de.