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Tagung in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: Claus Bach, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

"Wahrheit macht frei"

Fachtagung zu Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnung vom rechten Rand am 14. und 15. November 2017 in der Gedenkstätte Buchenwald

Die Themen Geschichtsrevisionismus und Leugnung des Holocaust spielen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle in der Argumentation der extremen Rechten in Deutschland. Ende der 1990er Jahre gelang es der NPD für den Protest gegen die Wehrmachtsausstellung mehrere tausend Anhänger zu mobilisieren. Spätestens seit den Gerichtsprozessen gegen ehemalige SS-Angehörige von Lagern wie Auschwitz sind auch die Themen Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnung nicht nur innerhalb der extremen Rechten wieder präsenter, sondern auch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Holocaustleugnern wie Ursula Haverbeck gelang bzw. gelingt es im Umfeld der jüngeren Prozesse eine breitere mediale Aufmerksamkeit für ihre kruden antisemitischen Thesen zu generieren. Gleichzeitig  marschierten Mitte August 2017 mehr als 1.000 Neonazis anlässlich des 30. Todestages von Rudolf Heß durch Berlin.

Auch in Thüringen hat die Neonazi-Szene den Nationalsozialismus als historische Bezugsgröße wieder verstärkt in die Öffentlichkeit getragen. So fanden in Jena beispielsweise Neonazi-Aufmärsche am 20. April 2016 (Hitlers Geburtstag) oder am 9. November 2016 (Reichspogromnacht) statt. Angesichts dessen wurde auch diskutiert, ob diese Veranstaltungen durch das Versammlungsgesetz noch gedeckt sind oder verboten werden können. Doch nicht nur in der Neonazi-Szene spielen Geschichtsrevisionismus und die damit zusammenhängenden Angriffe auf die bundesdeutsche Erinnerungskultur wieder eine zentrale Rolle. Auch die „Neue Rechte“ hat dieses Thema schon seit Jahren auf der Agenda. Jenseits der NS-Verherrlichung wird hier mit Begriffen wie „Schuldkult“ versucht, die selbstkritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu diskreditieren und das Thema so an nationalistische Argumentationen zu koppeln. Sie gilt in der „neurechten“ Ideologie als Grund für einen angeblich fehlenden Nationalstolz und damit als zu verändernde Grundlage nationalistischer Politik.

Aufgrund dieser aktuellen Tendenzen soll es bei der zweitägigen Tagung einerseits um eine analytische Auseinandersetzung mit dem Thema Geschichtsrevisionismus gehen und andererseits um eine juristische Bewertung dieser Entwicklungen. Dies umfasst sowohl den aktuellen Umgang mit Straftaten rund um das Thema Holocaustleugnung als auch Grenzen des Versammlungsrechtes bezüglich neonazistischer Propaganda.

Das vollständige Programm der Tagung finden Sie hier

Das Anmeldeformular finden Sie hier

Eine Fachtagung des Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz Thüringen in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, MOBIT e.V. und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“.