Befreite Häftlinge tragen einen toten Kameraden aus einem der Steinblocks, 16. April 1945. Foto: Rex L. Diveley, Rehabilitation Service. National Archives Washington

"Es gab viele kranke Insassen und die tägliche Sterberate lag bei ca. 145 pro Tag. Wir hatten große Mengen von Plasma bei uns und wollten den Insassen, die schwer krank waren, Infusionen verabreichen. Einige Insassen konnten nicht warten, sie öffneten die Plasma-Flaschen und setzten an, das Plasma zu trinken, obwohl wir ihnen sagten, es müsse intravenös gegeben werden. In der Autopsie zeigten viele Patienten Anzeichen einer deutlichen, fortgeschrittenen Lungen-Tbc, mit großen Höhlungen in beiden Lungen. [...] Wir nahmen uns der nicht transportfähigen und schwer kranken Patienten bzw. Lagerinsassen an. Das erste, was wir zu tun hatten, war, die schwer erkrankten Patienten, diejenigen die lebensgefährlich erkrankt waren, herauszunehmen und heroische Maßnahmen wie Transfusionen, intravenöse Ernährung und Therapie zu versuchen ... und unterstützende Hilfsmaßnahmen, mit dem Ziel, diesen Leuten ein Überleben zu ermöglichen. Den unterernährten Insassen wurden kalorienreiche Diäten verabreicht und in vielen Fällen wurden sie in psychiatrische Behandlung genommen. [...] Wir versuchten, Notfallhilfe zu leisten. Wir versuchten, die Leute vor einem Schock zu bewahren. Wir versuchten, ihre Widerstandskräfte so gut wie möglich aufzubauen. So leisteten wir in erster Linie unterstützende Hilfsmaßnahmen. Wir hatten Penicillin dabei und so versuchten wir diese und jegliche andere Therapie die damals, 1945, möglich war. Wir hatten nicht genug Blut zu der Zeit, aber wir hatten genug Plasma. Wir hatten genügend Medikamente. Unglücklicherweise waren die meisten Leute bereits in einem fortgeschrittenen Krankheitszustand und viele konnten deshalb nicht mehr gerettet werden."

Dr. Philip Lief, Captain der US-Army, Bericht 1981 (Auszug)

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