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Foto: Ernst Schäfer

Aufgemauerte Sockel

Die "Straße der Nationen" im Bau. Links die Rohbauten der Pylone, Juli 1955.

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Foto: Ernst Schäfer

Ringgräber

Bauarbeiter beim Mauern der oberen Sockelkante des Ringgrabes Nr. 3, Juli 1955.

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Foto: Ernst Schäfer

Buchenwaldglocke

Ein Arbeiter der Apoldaer Glockengießerei Schilling bei Schleifarbeiten an der für den Turm der Mahnmalsanlage bestimmten Buchenwaldglocke, 1957.

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Foto: Ernst Schäfer

Glockeninstallation

Die Buchenwaldglocke wird auf den eingerüsteten Turm des Mahnmals gezogen, 30. Juli 1957.

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Foto: Ernst Schäfer

Einweihung

Die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald wird mit einer Großkundgebung am Glockenturm eingeweiht, 14. September 1958.

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Foto: Ernst Schäfer

Blick vom Glockenturm

Während der Einweihung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, in der Bildmitte die Plastik von Fritz Cremer, 14. September 1958.

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Ernst Schäfer

Thälmann-Gedenken

Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR, und Ernst Thälmanns Witwe Rosa Thälmann am ehemaligen Krematorium während der Einweihung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, 14. September 1958.

1958

Am 14. September 1958 wurde die "Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald" (NMG Buchenwald) eingeweiht. Auf der Südseite des Ettersberges war eine monumentale Denkmalsanlage errichtet worden. Sie folgte dem Heroenkult des sozialistischen Realismus, ließ aber zugleich formsprachlich deutliche Bezüge zur nationalistisch-konservativen deutschen Memorialarchitektur in der Folge des 1. Weltkrieges und NS-Deutschlands, etwa zu den Totenburgen von Wilhelm Kreis, erkennen. 

Durch ein archaisierendes Tor betrat der Besucher eine hangabwärtsführende Treppe und stieg, begleitet von Reliefstelen, die nach dem bereits erwähnten Motto "durch Sterben und Kämpfen zum Sieg" gegliedert waren, zu den Toten herab. An den mit Ringmauern im römischen Stil gefassten Massengräbern vorbei passierte der Besucher die pylonengesäumte "Straße der Nationen". Abstieg und Gräber sollten die "Nacht des Faschismus" symbolisieren, die "Straße der Nationen" hingegen die kämpferische internationale Solidarität.

Durch das dritte Ringgrab hindurch stieg der Besucher anschließend die "Treppe der Freiheit" zur Plastik der befreiten Häftlinge und zum "Turm der Freiheit" empor. Hier sollte er der "Selbstbefreiung" der Häftlinge ebenso inne werden wie dem "befreiten Teil Deutschlands", d. h. der DDR als seiner Heimat und seinem antifaschistischen Vaterland. Verinnerlicht werden sollte so die Geschichtsnotwendigkeit des Sieges des Kommunismus wie auch der Umstand, dass er noch nicht überall durchgesetzt sei, man wachsam und kämpferisch bleiben müsse. 

Der Identifikation mit der DDR und dem Ostblock sollte die Ablehnung Westdeutschlands und der westlichen Allianz als potentiellen Nachfolgern des SS-Staates entsprechen. Gedenken bedeutete weniger Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit als vielmehr Selbstverpflichtung auf den SED-Staat.

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