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Foto: Katharina Knittel

Abriss

Beim Abbruch von Gebäuden gewonnenes Baumaterial auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers. Im Hintergrund ist das Torgebäude zu sehen, April 1952.

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Katharina Knittel

Verfall

Blick durch die Lagerstraße auf Wachturm Nr. 20 von Osten aus. Rechts im Bild die Steinbaracke Nr. 45., April 1952.

1950er Jahre

Der Abriss des Lagers erfolgte nicht in der Absicht, die Spuren der Nutzung des ehemaligen KZ als sowjetisches Speziallager zu verwischen. Hierzu wäre weder die Übergabe des ehemaligen KZ an die deutschen Behörden nötig gewesen, noch die Umwandlung des Lagers in ein Nationalmuseum. Vielmehr folgte das Ineinander von Auslöschung und Erhaltung bestimmter Relikte des Lagers einem bestimmten Interpretationskonzept der Geschichte des KZ Buchenwald.

"Das Wesen des Konzentrationslagers Buchenwald verkörpert sich nicht in den Baracken oder den massiven Blocks" – sah sich Robert Siewert 1952 in Absprache mit Walter Bartel gezwungen, noch einmal den Abriss zu rechtfertigen – "Das Wesen war die tiefe Kameradschaft, die gegenseitige Hilfe, verbunden und gestählt durch den Kampf gegen den faschistischen Terror, der organisierte Widerstand und der tiefe Glaube an den Sieg unserer gerechten Sache!" 

Die schließliche Gestaltung des erhaltenen Teils des ehemaligen Häftlingslagers – trotz Aufgabe des Aufforstungsbeschlusses überließ man mehr als die Hälfte der Natur – folgte dem Leitmotiv "durch Sterben und Kämpfen zum Sieg". Bruchsteinfelder markierten die Standorte eines Teils der ehemaligen Blocks. So sollte einerseits der Eindruck menschenfeindlicher Öde und Unwirtlichkeit hervorgerufen, andererseits "bewusste[s] Zerschlagen des faschistischen Grauens" unter Führung der Gefolgsmänner Ernst Thälmanns zum Ausdruck gebracht werden.

Dieser Interpretationslinie folgend wurde das Gedenkstättengelände bereits in den fünfziger Jahren mit einem Netz von Informationstafeln überzogen, die die Geschichte des KZ Buchenwald nunmehr auch topografisch auf die Darstellung des kommunistischen Widerstandes und der internationalen Solidarität unter Führung der KPD-Mitglieder verkürzten. Diese Darstellung wurde durch die ab 1954 eingerichteten Ausstellungen flankiert.

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