Magda Brown zusammen mit Éva Fahidi-Pusztai (links) in Weimar im April 2019. Foto: Gedenkstätte Buchenwald

Nachruf Magda Brown

In Memoriam Magda Brown, geb. Perlstein (11.06.1927–07.07.2020)

Mit großem Bedauern haben wir erfahren, dass die Buchenwald-Überlebende Magda Brown am Dienstag, den 07. Juli 2020 im Alter von 93 Jahren in den USA verstorben ist. Die Beisetzung fand am 10. Juli statt.

Als Magda Perlstein wurde sie am 11. Juni 1927 in Miskolc in Ungarn geboren, wuchs in einem behüteten Elternhaus auf und verlebte eine glückliche Kindheit. Nachdem Ungarn im März 1944 von der Wehrmacht besetzt worden war, beschleunigte sich die organisierte Ermordung der ungarischen Jüdinnen und Juden dramatisch. An ihrem 17. Geburtstag wurde Magda Perlstein nach Auschwitz deportiert. Die SS verlegte sie im August 1944 zur Verrichtung von Zwangsarbeit in das hessische Allendorf – ein Außenlager des KZ Buchenwald.

Dort wurde sie in Zwölf-Stunden-Schichten zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie gezwungen. Während eines Todesmarsches im März 1945 versteckte sie sich mit 20 anderen Frauen in einem Viehstall. Als Männer in unbekannter Uniform sie am nächsten Tag entdeckten, war sie endlich frei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte Magda Brown in die USA, gründetet eine Familie und war als engagierte Zeitzeugin unter anderem im Illinois Holocaust Museum and Education Center tätig. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 74. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald war Magda Brown auf Einladung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zu Gast in Weimar und hielt am 13. April 2019 im Jugend- und Kulturzentrum mon ami einen eindrücklichen Vortrag über ihr Leben. Es war herzerwärmend, sie gemeinsam mit ihrer Lagerschwester Éva Fahidi-Pusztai erleben zu dürfen.

Im gleichen Jahr würdigte sie der Weimarer Fotograf Thomas Müller in seinem Fotoprojekt „Die Zeugen“. Als eine von sechzehn ausgewählten Buchenwald-Überlebenden, wurde ihr großformatiges Fotoporträts am ehemaligen „Gauforum“ öffentlich ausgestellt.

Auch in diesem Jahr hatten wir Frau Brown wieder zu den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung eingeladen, die Covid-19 Pandemie verhinderte jedoch jegliche Festivitäten.

Wir vermissen sie sehr und werden ihr Andenken in Ehren halten.

Ausführliche Informationen über das Leben von Magda Brown finden sich (in englischer Sprache) auf der Homepage: https://magdabrown.com/