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Einwohner aus Nordhausen beerdigen unter Aufsicht amerikanischer Soldaten die Toten des KZ-Außenlagers Boelcke-Kaserne in einem Reihengrab, Mitte April 1945. Foto: Joseph Mendelsohn (U.S. Holocaust Memorial Museum)

Gedenken am Ehrenfriedhof Nordhausen

Gedenkakt, Ausstellungseröffnung, Dienstag, 12. April, 15 Uhr, Ehrenfriedhof Nordhausen

Ansprache      PD Dr. Karsten Uhl, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Historischer Hintergrund

Als amerikanische Soldaten am 11. April 1945 das KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne in Nordhausen erreichten, fanden sie dort Hunderte tote Häftlinge vor. Das Außenlager hatte seit Jahresbeginn als Kranken- und Sterbelager des KZ Mittelbau gedient. Bis zum 16. April verpflichtete die amerikanische Militärverwaltung etwa 1.000 Einwohner Nordhausens, die Leichen auf einem neu angelegten Ehrenfriedhof in Reihengräbern anonym zu bestatten.

In diesen wenigen Tagen wurden etwa 1.300 Tote beigesetzt. Noch in den folgenden Wochen und Monaten wurden bei Räumungsarbeiten in der Boelcke-Kaserne etwa 300 Leichen gefunden, die ebenfalls auf den Ehrenfriedhof überführt wurden. Die meisten Getöteten waren Häftlinge im KZ-Außenlager gewesen. Dazu kamen die sterblichen Überreste von Zwangsarbeiter:innen, die in benachbarten Gebäuden auf dem gleichen Kasernengelände untergebracht gewesen waren.