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Brünn, Haus Tugendhat, Gartenfassade von Westen, Foto: Fritz Tugendhat, ca. 1934, Archiv Daniela Hammer-Tugendhat

Das Haus Tugendhat und seine Bewohner - Eine Bauhaus-Ikone in den Konflikten des 20. Jahrhunderts

Vortrag am Mittwoch, 15. Januar 2020 um 18 Uhr im Bauhaus-Museum Weimar und Filmgespräch am 16. Januar 2020 um 19 Uhr im Lichthaus Kino Weimar

Das Haus Tugendhat im tschechischen Brno ist ein Solitär moderner Architektur. Es verkörpert den sozialutopi­schen Anspruch des Architekten Mies van der Rohe und den weltoffenen großbürgerl­ichen Lebensentwurf seiner Auftraggeber Grete und Fritz Tugendhat.

Die Veranstaltungen der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Kolloquium und dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beleuchten in einem Vortrag und in einem Filmgespräch die Geschichte dieses eindrucksvollen Hauses und seiner Auftraggeber und Architekten.

Vortrag von Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat und Prof. Dr. Ivo Hammer, Mittwoch 15. Januar 2020 um 18 Uhr im Bauhaus-Museum Weimar

Daniela Hammer-Tugendhat, geb. 1946 in Caracas, em. Professorin für Kunstgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien. Forschungsschwerpunkte: Niederländische Malerei der frühen Neuzeit, Gender Studies, Kunstgeschichte als Kulturwissenschaft.

Ivo Hammer, geb. 1944 in Ulm, Professor i. R. an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst , Hildesheim. 1976-1997 Leitender Konservator-Restaurator für Wandmalerei/Architekturoberfläche des österreichischen Bundesdenkmalamts.

Daniela Hammer-Tugendhat, jüngste Tochter der AuftraggeberIn des Hauses Tugendhat, spricht über die Entstehungsgeschichte des Hauses und das Leben der Familie im Haus. Die zeitgenössische Debatte zur Frage "Kann man im Haus Tugendhat wohnen?" soll aus heutigem Blickwinkel in den kulturellen Kontext gestellt werden. Der Umgang mit dem vielfältigen Schicksal der Möbel, von denen einige nunmehr im Bauhaus-Museum Weimar zu sehen sind, kann als exemplarisch für die kulturelle und politische Aneignung von Geschichte gelten.

Ivo Hammer, Vorsitzender der internationalen Expertenkommission zu Restaurierung des Hauses Tugendhat THICOM 2010-2012, beschäftigt sich mit der Geschichte des Hauses nach 1938. Er beschreibt und analysiert die Materialität der Möbel im Kontext der Materialität des Hauses. Die Art der Erhaltung der Möbel und die Form der Kopien sind charakteristisch für den herrschenden Umgang mit der historischen Substanz.

Filmgespräch, Donnerstag 16. Januar 2020 um 19 Uhr im Lichthaus Kino Weimar

Der Film erzählt die wechselvolle Geschichte des singulären Bauwerks und seiner Bewohner. Regisseur Dieter Reifarth verwebt in seinem Dokumentarf­ilm Gespräche mit Familienmit­gliedern, einstigen Benutzern des Hauses, Kunsthistor­ikern und Restauratoren mit historischen Foto- und Filmaufnahmen zur facettenrei­chen Biographie eines Bauwerks dessen Schönheit und Ausstrahlung Generationen von Menschen faszinierte und immer wieder zum Schauplatz historischer Entscheidun­gen wurde.
Mit anschließen­dem Gespräch mit Daniela Hammer-­Tugendhat und Ivo Hammer.