André Bach, ohne Datum
(Cyclo Club Béarnais)

Ein passionierter Radfahrer in der Résistance

Auf dem Gipfel des Col d’Aubisque, einem Bergpass in den französischen Pyrenäen, erinnert seit 1948 ein Denkmal an André Bach. Generationen von Teilnehmern der Tour de France passierten es seitdem. Doch wer war André Bach?

André Bach (1888-1945) stammte aus Paris. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet. Er verlor seinen linken Arm. Sport und insbesondere das Radfahren verliehen ihm neue Lebensfreude. 1936 zog der Familienvater ins südfranzösische Pau. Dort arbeitete er als Journalist und Redakteur. Dem Radsport blieb er nicht nur journalistisch treu. Regelmäßig erklomm er die Bergpässe der Pyrenäen, insbesondere den Col d’Aubisque. Mit nur einem Arm war dies eine außerordentliche Leistung. Über Jahre amtierte er zudem als Präsident im Cyclo Club Béarnais, einem lokalen Radsportverein.

Seit Kriegsbeginn engagierte sich André Bach in der Résistance. Er schmuggelte Nachrichten und Kuriere über die Grenze und half jüdischen Familien bei der Flucht in die Schweiz. 1943 wurde er verhaftet und im Januar darauf in das KZ Buchenwald deportiert. Seine Befreiung erfolgte auf einem Todesmarsch im April 1945. Doch die Strapazen waren zu groß. Anfang Mai 1945 starb André Bach auf dem Weg in seine Heimat.

Das Denkmal auf dem Col d’Aubisque entstand auf Initiative des Cyclo Club Béarnais. Bis heute treffen sich dort jedes Jahr Radsportbegeisterte, um mit einer Gedenkfahrt an den ehemaligen Vereinspräsidenten zu erinnern.