Wand mit Zitaten von Überlebenden des KZ Mittelbau-Dora. Ausschnitt aus der Sonderausstellung. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Online-Ausstellung

"...und dann fängt das zweite Leben an." Zeitzeugen im Porträt

Mit der Befreiung begann für die KZ-Überlebenden ein „zweites“ Leben, das sehr unterschiedlich verlaufen konnte. Ihr Engagement hat die Erinnerungspolitik entscheidend geprägt. Sie hinterlassen damit ein bleibendes Vermächtnis.
 
Für Juden, Sinti und Roma hatte der Völkermord zumeist den Verlust der Familie und des sozialen Umfelds bedeutet. Viele jüdische Überlebende entschlossen sich, Europa zu verlassen. In der Sowjetunion standen ehemalige KZ-Häftlinge unter dem Verdacht, mit den Nationalsozialisten kollaboriert zu haben. Oft mussten sie zur „Bewährung“ Dienst in der Roten Armee leisten und konnten erst Jahre später nach Hause zurückkehren. Als Folge der KZ-Haft hatten die meisten Überlebenden lange mit Krankheiten und psychischen Belastungen zu kämpfen.
 
Die ehemaligen Häftlinge gingen sehr individuell mit den traumatischen Erinnerungen um. Einige Überlebende entschieden sich erst spät dazu, über ihre Hafterfahrungen  zu berichten. Als Zeitzeugen wenden sie sich heute noch mit eindringlichen Worten gegen Rassismus und Antisemitismus an die Öffentlichkeit. Manche Überlebende des KZ Mittelbau-Dora wurden zu langjährigen Freunden und Unterstützern der Gedenkstätte. Andere haben nie über ihre KZ-Haft gesprochen.

Die Porträtfotos entstanden während der Gedenktage zur Befreiung des KZ Mittelbau-Dora in den Jahren 2005 bis 2015.