Stollenanlage

Untrennbarer Bestandteil des Lagergeländes ist die Stollenanlage. Nach der Sprengung der Eingänge durch die sowjetischen Militärbehörden 1947/48 war die Untertageanlage über mehrere Jahrzehnte verschlossen. Seit 1995 ist das Stollensystem durch einen neu angelegten Tunnel zugänglich. Der Zustand, wie er bei der Öffnung des Stollens vorgefunden wurde, ist so wenig wie möglich verändert worden. In den ehemaligen Montagekammern liegen zerstörte Werkseinrichtungen, Reste aus der Produktion und heruntergefallene Gesteinsbrocken wüst durcheinander. Teile der Stollenanlage sind vom Grundwasser überflutet.

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Fahrstollen A

Ein kleiner Teil der Stollenanlage ist im Rahmen von Führungen, die am Museum beginnen, zugänglich. Zu besichtigen sind ein Teil eines Längsstollens ("Fahrstollen A") und drei Querstollen, die bis Juni 1944 als Häftlingsunterkünfte dienten.

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Stollenmodell im Fahrstollen A

Im Eingangsbereich des Fahrstollens A informieren Wandtafeln über die Existenzbedingungen der Häftlinge unter Tage. Ein Modell veranschaulicht die Ausmaße der unterirdischen Anlage.

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Querstollen

Vier Querstollen dienten von Herbst 1943 bis Juni 1944 als KZ-Unterkünfte. In den mit vierstöckigen Holzpritschen ausgestatteten "Schlafstollen" herrschten katastrophale hygienische Bedingungen. Später mussten Häftlinge in diesen Querstollen die Flugbombe V1 montieren. Von dieser Zeit zeugt der in den Querstollen herumliegende V1-Schrott.

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Foto: Sebastian Grimm

Gesamtansicht

Der Eingang zur Stollenanlage von oben.