Neben der alten "Blutstraße" ist die Gedenkstätte auch über die ehemalige Eisenbahntrasse ("Gedenkweg") und die "Zeitschneise" von Schloss Ettersburg erreichbar. Foto: Claus Bach. Gedenkstätte Buchenwald

Vielfältige Beziehungen: Weimar und Buchenwald

Seit seiner Errichtung 1937 ist Buchenwald Ortsteil von Weimar, gerade 8 km liegen zwischen Appellplatz und Deutschem Nationaltheater. Die Frage, wie "Kultur" und "Barbarei" nebeneinander existieren konnten, kann Dank vielfältiger Recherchen inzwischen differenziert beantwortet werden.

So hielten es die Nationalsozialisten für notwendig, zum Schutz der "Deutschen Kultur" rücksichtslos alle zu verfolgen, die nicht ihrer Weltanschauung entsprachen - systematischer Massenmord und Theaterbesuch waren daher kein Widerspruch, sondern Teil eines Programms. Und während in der Stadt schon vor 1933 Kunst und Kultur für das NS-Regime zugeschnitten wurden, versuchten in Buchenwald Intellektuelle aus ganz Europa mit künstlerischen und kulturellen Aktivitäten ihre geistige Unabhängigkeit zu bewahren - auch mit Bezug auf die Weimarer Klassik.

Heute sind die komplexen Beziehungen zwischen Weimar und Buchenwald auch in ihrer europäischen Dimension fester Bestandteil historisch-politischer Programme, die von der Gedenkstätte in Kooperation mit Bildungseinrichtungen der Stadt realisiert werden. Neben der NS-Diktatur liefern die Weimarer Klassik, das Bauhaus, die Weimarer Republik und die Geschichte der DDR weitere Ansatzpunkte zur Behandlung von Fragen, die durch "Buchenwald" ausgelöst werden.

Angesichts der vielen Möglichkeiten werden die Programmschwerpunkte individuell mit den jeweiligen Partnern abgestimmt.