Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Erfurter Firma Topf & Söhne - der heutige Erinnerungsort. Foto: Dirk Urban. Gedenkstätte Buchenwald

Arbeit und Verantwortung - Die Ofenbauer von Auschwitz

Das Seminar verbindet zwei historische Orte, deren authentische Überreste in besonderer Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen und die historische Vorstellungskraft anregen:

Am ehemaligen Firmensitz in Erfurt - mitten in einem Wohn- und Gewerbegebiet - wird erfahrbar, wie die Arbeit für die Verbrechen in den Alltag der Gesellschaft integriert war. Zugleich sieht man vom damaligen Arbeitsplatz des verantwortlichen Ingenieurs Kurt Prüfer direkt auf den bei Weimar liegenden Ettersberg, auf dem sich das KZ Buchenwald befand.

Die Verbrennungsöfen von Topf & Söhne im dortigen Krematorium sind erhalten: Sie sind heute sowohl Sachbeweis der Verbrechen als auch Grabdenkmal für die Ermordeten. Zusammen mit den anderen Lagerüberresten verdeutlichen sie die Folgen der Arbeit von Topf & Söhne für die SS.

Im Seminar beschäftigen sich die Teilnehmenden mit den Biografien der Firmenchefs, Ingenieure, Kaufleute und Monteure. Die kritische Auseinandersetzung mit ihren Entscheidungen und Handlungen ermöglicht ein Nachdenken darüber, wann und wie Menschen zu Mittätern werden können. Die Geschichte der Firma bietet so die Chance, auch in der Gegenwart die Verantwortung für die eigene Arbeit zu reflektieren: Warum und wann ist man gefordert, für die Konsequenzen seines Handelns einzustehen?