Stollen in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, bis 1944 Häftlingsunterkunft. Foto: Claus Bach. SGBuMD

Zwangsarbeit und Konzentrationslager

Das Seminar richtet seinen Fokus auf drei historische Schwerpunkte:

  • Funktionswandel der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen: vom Mittel der "Erziehung" über den Versuch, ökonomische Profite zu erzielen, zur "letzten Reserve" einer untergehenden Kriegswirtschaft

  • Verbindung zwischen KZ-Zwangsarbeit und anderen Formen von Zwangsarbeit: der rücksichtslose Einsatz von Zwangsarbeitern in allen Bereichen unter Anwendung spezifisch nationalsozialistischer Prinzipien - ein wesentliches Kennzeichen der deutschen Wirtschaft im Zweiten Weltkrieg

  • Beteiligung der gesamten deutschen Gesellschaft an dem Verbrechen "Zwangsarbeit": bedenkenlose Akzeptanz und tägliche Praxis beim Einsatz von Zwangsarbeitern unter ideologisch geprägten Bedingungen - die systemstabilisierende Wirkung von Zwangsarbeit im Sinne der Stärkung der sogenannten "Volksgemeinschaft"

Drei historische Orte sind es, an denen die Inhalte des Seminars erfahrbar gemacht werden. Sie ermöglichen besonders anschauliche Einblicke in die Funktionsweise der NS-Gesellschaft.

  • Buchenwald/Weimar steht für die Aufbauphase der Konzentrationslager, für die Entwicklung der KZ-Zwangsarbeit vom Terror hin zum Versuch, ökonomische Gewinne zu erzielen, und für die damit verbundene Einbeziehung immer breiterer Kreise der Bevölkerung.

  • Das KZ Mittelbau-Dora zeigt am Beispiel der Untertageverlagerung von Rüstungsfertigungen die Absicht, kriegswirtschaftliche Engpässe ohne Rücksicht auf Leben und Gesundheit der KZ-Zwangsarbeiter zu überwinden.

  • Die "KZ-Landschaft" im Südharz symbolisiert die Allgegenwart von Zwangsarbeit in der deutschen Kriegsgesellschaft mit ihrem Nebeneinander von KZ-Außenlagern, Kriegsgefangenenkommandos und Lagern für ausländische Zivilarbeiter.