Kurt Eisner, jr.

1903 (Berlin) - 1942 (KZ Buchenwald)

Politiker



(Hans) Kurt Eisner, jr. wird am 4. Dezember 1903 in Berlin geboren. Sein Vater ist der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD), er wird 1919 ermordet. Seit Mitte der zwanziger Jahre arbeitet Kurt Eisner, jr. für die Abteilung "Film- und Lichtbilddienst" des "Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit". Er macht sich mit einem Photo- und Filmatelier am Belle-Alliance-Platz in Berlin selbständig. Sein nahe der SPD-Parteizentrale gelegenes Studio dient wahrscheinlich auch als Tarnadresse der Widerstandsgruppe "z.b.V.", die sich seit 1931 durch Beschaffung von Waffen, den Aufbau eines geheimen Sendenetzes und die Ausbildung von Funkern auf die nationalsozialistische Machtübernahme vorbereitet.

Am 7. März 1933, bei der Durchsuchung des Gebäudes der sozialdemokratischen Zeitung "Vorwärts" in Berlin, werden auch Kurt Eisner, jr. und seine Verlobte verhaftet; Haftgrund: illegales Fotografieren. Es folgen Inhaftierungen in den Gefängnissen Berlin-Spandau und Brandenburg-Görden mit anschließender Einlieferung ins Konzentrationslager Lichtenburg. Im September 1936 kommt Kurt Eisner, jr. aus dem KZ Esterwegen nach Sachsenhausen und von dort im Februar 1937 nach Dachau. Als "Politischer" und als "Jude" wird er im September 1938 in das KZ Buchenwald eingeliefert und dem Steinbruchkommando zugewiesen. Später gelingt es ihm, eine leichtere Arbeit in der Tischlerei zu erlangen, danach vermutlich in der Gärtnerei. Bei der Durchsuchung der Werkstatt seines Kommandos entdeckt die SS 60 Seifenstücke, die nicht ihm gehören. Er will den Dieb nicht nennen und beschuldigt sich selbst. Daraufhin wird er am 26. August 1942 im Häftlings-Krankenbau durch eine Giftinjektion getötet.